Alterswohnungen

Zukunftsweisend – mitten im Zentrum

In der «Gartenstadt»-Überbauung im Schlieremer Zentrum wird die Stadt ein neues Gebäude mit mehreren Alterswohnungen mieten.  ske/archiv

In der «Gartenstadt»-Überbauung im Schlieremer Zentrum wird die Stadt ein neues Gebäude mit mehreren Alterswohnungen mieten. ske/archiv

Das Projekt «Wohnen und Begegnen» für betagte Menschen an der Bachstrasse in Schlieren hat die letzte Hürde genommen: Die Schlieremer Stimmberechtigten haben am Wochenende ja gesagt zu Mietvertrag und Kredit.

Die Schlieremer Stimmberechtigten haben am Wochenende dem Abschluss des Mietvertrags und dem jährlich wiederkehrenden Kredit von 687000Franken (ab dem sechsten Mietjahr 759000Franken) deutlich zugestimmt. Bei einer Stimmbeteiligung von 35,8Prozent resultierten 2205 Ja und 394 Nein.

Verläuft in der Bauphase alles nach Plan, sollen ab April 2013 Seniorinnen und Senioren mitten im Zentrum Schlierens – nur einen Katzensprung von Bahnhof, Stadtpark und Einkaufsmöglichkeiten entfernt – in 31 neuen pflegerisch-betreuten Wohnungen leben können. Die Stadt Schlieren wird dazu ein ganzes Mehrfamilienhaus samt einer zusätzlichen Pflegewohnung mit neun Betten von der Immobilienfirma Alfred Müller AG, die das Gebäude als private Investorin erstellt, mieten – vorerst 25Jahre lang.

Demografische Herausforderung

Mit dem Projekt «Wohnen und Begegnen» entsteht an zentraler Lage «eine zukunftsweisende Wohneinrichtung für betagte Menschen mit geringem bis mittlerem Pflegebedarf», wie der Stadtrat betont. Das Angebot soll selbstbestimmtes Wohnen und Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen, dabei aber auch Sicherheit rund um die Uhr bieten. Unterstützung-, Betreuungs- und Pflegeleistungen werden den Bewohnerinnen und Bewohnern an der Bachstrasse «nach individuellem Bedarf» zur Verfügung stehen. Kontakte ermöglichen ein Gemeinschaftsraum mit Küche sowie ein attraktiver Dachgarten.

Der Anteil betagter Menschen steigt in Schlieren seit Jahren stetig an. Gleichzeitig seien Wohnen und Leben in einer selbstbestimmten Umgebung zunehmend gefragt, so der Stadtrat: «Ein pflegerisch-betreutes Wohnangebot, mitten in der Stadt, mit Rückzugsmöglichkeiten in die privaten Wohnräume, ergänzt mit Angeboten von Dienstleistungen, welche der Bewältigung des Alltags dienen, stellt heute eine gewünschte Alternative zum Heimaufenthalt dar.» Diesem Bedürfnis sollen die neuen Alterswohnungen Rechnung tragen.

Eine zweite Herausforderung in der Altersversorgung der Stadt Schlieren stellen die fehlenden Betten für pflegebedürftige Senioren dar. Für ältere Menschen mit höherem Pflegebedarf – unter anderem Demenzpatienten – wird deshalb im Erdgeschoss des neuen Mehrfamilienhauses an der Bachstrasse eine eigene Pflegewohnung mit neun Betten erstellt.

Im Gegensatz zu den pflegerisch-betreuten Wohnungen wird die Pflegewohnung von der Alfred Müller AG nicht schlüsselfertig ausgebaut. Das Gemeindeparlament hat für den Innenausbau und die Möblierung durch die Stadt bereits einen Kredit von 1,77Millionen Franken bewilligt.

Miet-Subventionen möglich

Die monatlichen Mietkosten für die Bewohner der pflegerisch-betreuten Wohnungen bewegen sich zwischen rund 1700Franken (1½-Zimmer-Wohnung) und 2400Franken (3½-Zimmer-Wohnung). Damit will die Stadt einen jährlichen Ertragsüberschuss von rund 20000Franken erzielen, mit dem unter anderem die Verwaltungskosten gedeckt werden sollen.

Die Pflege- und Betreuungsleistungen werden den Bewohnerinnen und Bewohnern separat in Rechnung gestellt. Damit auch Schlieremerinnen und Schlieremer mit kleinerem Budget das Angebot nutzen können, hat das Gemeindeparlament im letzten Dezember einer separaten Subventionierungs-Verordnung zugestimmt: Bei maximal sieben Wohnungen können demnach die Mieten subventioniert werden. Der Stadtrat rechnet mit jährlichen Subventionen von rund 70000 bis 110000Franken.

Das ganze Gebäude ist als altersgerechtes Wohnhaus konzipiert. Die Wohnungen des pflegerisch-betreuten Wohnens werden auf den Etagen 1 bis 5 zu liegen kommen. Im Erdgeschoss wird neben der Pflegewohnung ein Ambulatorium untergebracht. Diese Einrichtung mit Pflegebad soll auch für die Quartierbevölkerung zugänglich sein und wird mit festgesetzten Öffnungszeiten betrieben.

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