Zukunftstag

Zukunftstag: Im Spital Limmattal werden 96 Kinder mit einem Gips entlassen

Am nationalen Zukunftstag, der 2001 eingeführt wurde, erhalten Schulkinder einen Einblick in verschiedene Arbeitswelten. Sie begleiten Eltern oder Bezugspersonen durch den Arbeitsalltag. Auch das Spital Limmattal organisierte einen spannenden Tag für 96 angemeldete Kinder.

Mit Faden und einer Schere in der Hand hantierten am Donnerstag Kinder im Spital Limmattal mit konzentrierten Gesichtern an einer Verletzung herum. Die Patientin war eine frische Banane und wenig später – etwas spektakulärer – ein Schweinefuss mit einer Schnittwunde, die genäht werden wollte. Am nationalen Zukunftstag, der 2001 eingeführt wurde, erhalten Schulkinder einen Einblick in verschiedene Arbeitswelten. Sie begleiten Eltern oder Bezugspersonen durch den Arbeitsalltag.

Auch das Spital Limmattal organisierte einen spannenden Tag für 96 angemeldete Kinder, die mit farbigen Ballonen empfangen wurden. In kleinen Gruppen wurden sie zu diversen Posten begleitet und in die verschiedenen Etagen geführt. «Die Assoziation mit einem Spital ist oft mit dem Begriff Krankheit verbunden», sagte Mirella Müller, Assistentin Spitaldirektor, die den Anlass organisierte. An diesem Tag werde das ganze Tätigkeitsspektrum beleuchtet. So gehört zum Programm etwa die Einführung in die Chirurgie, die Bedienung einer Röntgenapparatur, eine Bewegungseinheit in der Physiotherapie sowie weitergehende Informationen darüber, dass auch tausend Betten immer wieder neu bezogen werden müssen.

Die Kinder stellen ihre Fragen an die Ärzteschaft

Ob beim Blick durch das Mikroskop oder bei der Erkennung allerlei Objekte, die beim Röntgen einer Kiste zum Vorschein kamen: Die Kinder zeigten sich motiviert und stellten interessante Fragen an das Personal. Es sei schön zu sehen, wie sie sich über den Tag kennen lernen und Kontakte schliessen, so Müller. Das Mittagessen wurde mit den Eltern gemeinsam eingenommen. Denn die Nachfrage für einen Platz am Zukunftstag ist so gross, dass nur Kinder teilnehmen können, deren Bezugspersonen im Spital tätig sind.

Unter ihnen war der zehnjährige Joel. Er ist bereits fest entschlossen in Zukunft als Chirurg zu arbeiten. «Ich helfe gerne Menschen und ich mag es herumzuschnipseln», sagte er. Der Tag habe ihm sehr gefallen und es habe Spass gemacht, besonders das Nähen: «Die Haut war richtig hart beim Schweinefuss», erzählte er. Aber auch in der Abteilung «Rettung» gab es Action. Der Zufall wollte es, dass während des Besuchs seiner Gruppe gleich ein Notfall eintraf und der Rettungswagen mit Blaulicht für einen Ernstfall ausrücken musste. Joels Mutter Nehrin Yarbug-Kaplan arbeitet im Spital als Disponentin Gastroenterologie und leitete an diesem Tag jenes Team, in dem auch ihr Sohn war: «Die Kinder sind sehr motiviert und haben auch Fragen mitgebracht, die sie von der Schule aus beantworten müssen», erzählte sie.
Unermüdlich war Nicole Weber, die als Wundexpertin seit zehn Jahren im Spital arbeitet, damit beschäftigt, einen Kinderarm nach dem anderen einzugipsen. Auf ihre Frage, wer denn im Spital arbeiten möchte, gingen fast alle Zeigefinger der anwesenden Kinder hoch. Für das Spital Limmattal ist der Zukunftstag ein wichtiger Anlass und auch bei der Neueröffnung vor einem Jahr wurde auf eine Durchführung nicht verzichtet.

Der gestrige Zukunftstag wurde in zahlreichen weiteren Institutionen und Unternehmen im Limmattal durchgeführt. So waren beispielsweise jene Schülerinnen und Schüler ebenfalls dem Thema Gesundheit auf der Spur, welche die Spitex Goldene Hände in Urdorf begleiteten. Am Morgen konnten sie auch dort in diverse Bereiche reinschnuppern: in die Pflege, aber auch in hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowie in den Bereich der Administration. Dass der Tag gelungen war, davon zeugten die Aussagen der Kinder.

Im Stadthaus Dietikon waren fünfzehn Kinder unterwegs, die am Vormittag die Feuerwehr sowie das Alters- und Gesundheitszentrum besichtigten. Zudem lud das Personalamt zu einem Quiz über die Stadt Dietikon ein.

Weiter standen sie auch dem Dietiker Stadtpräsidenten Roger Bachmann (SVP) persönlich gegenüber, bevor sie die Eltern bei der täglichen Arbeit begleiteten.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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