Oberengstringen

Zukunftsgruppe will Mandat verlängern lassen

Er vertritt die Gruppe AOE

Mark Würth

Er vertritt die Gruppe AOE

Keine Fusion, aber gemeinsame Verwaltungseinheiten mit der Nachbargemeinde oder eine Neugestaltung der Zentrumskreuzung: Aus der «Zukunftskonferenz Oberengstringen» resultieren 24 Anträge an den Gemeinderat.

Zwei Dutzend Anliegen an den Gemeinderat von Oberengstringen, das ist das soeben veröffentlichte Ergebnis der «Zukunftskonferenz Oberengstringen» vom vergangenen November, an der 150 Personen teilgenommen hatten. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind im Juniund Juli 2010 von der federführenden und vom Gemeinderat initiierten Arbeitsgruppe «Attraktivitätssteigerung Oberengstringen» (AOE) gesammelt und diskutiert sowie im nun vorliegenden Schlussbericht publiziert worden. Die wichtigsten Forderungen sind:
- Tempo30 auf Gemeindestrassen,
- eine Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung der Zentrumskreuzung,
- die Schaffung einer Anlaufstelle «Wohnen im Alter»,
- eine stärkere Zusammenarbeit mit Unterengstringen,
- die Belebung des Dorfplatzes,
- den Ausbau der Sportanlage Brunnewies,
- die Aufwertung des Limmatraums – Auflösung A1-Rastplatz, Lärmschutz, Ausbau des Limmatuferwegs,
- eine transparente Darstellung der Gemeindefinanzen und die Erarbeitung statistischer Hilfsmittel zu Finanz- und Sozialplanung,
- und eine Imageverbesserung der Gemeinde.

Zu all den Themen, die der Gemeinderat speziell beraten wird, wurden Anträge formuliert. Ob sie weiterverfolgt werden, das entscheidet nun der Gemeinderat. Damit aber eine Umsetzung der beantragten Massnahmen beaufsichtigt werden kann, bittet die Gruppe AOE den Gemeinderat, ihr Mandat um zwei Jahre zu verlängern.

Sprengkraft besitzt keine der von der Zukunftskonferenz generierten Ideen. Die geforderten Massnahmen sind realitätsnah, folglich realisierbar, erfordern neben dem politischen Willen aber nicht zuletzt teure Investitionen. Dies mag auf den ersten Blick im Widerspruch zur ursprünglichen Aufgabenstellung stehen, nämlich Wege zur Verbesserung des Finanzhaushalts zu finden. Doch Mark Würth, Präsident der Arbeitsgruppe AOE relativiert: «Ziel ist es, die Attraktivität der Gemeinde zu erhöhen und damit nachhaltig die Finanzkraft der Gemeinde zu sichern. Das kann kurzfristig durchaus höhere Ausgaben und Investitionen erfordern.»

Die Idee einer Fusion der Gemeinden Oberengstringen mit Unterengstringen ist die brisanteste, die diskutiert wurde. Doch eine Heiratsofferte an die Nachbarn wurde nicht konkretisiert. Alle Anzeichen machen deutlich, dass sie mit Sicherheit zurückgewiesen würde. Mark Würth spricht denn auch von notwendigem Fingerspitzengefühl, welches das Thema erfordere. Im Sinne einer Verlobung könnten allerdings gemeinsame Projekte (Betreibungsamt, Feuerwehr, Sportanlage) weiter gepflegt werden. Zu prüfen wäre die Zusammenlegung einzelner Verwaltungseinheiten.

Die Zukunftskonferenz geht auf die Herbst-Gemeindeversammlung 2008 zurück. Damals entbrannte ein Streit über das Budget 2009 und die geplante Steuerfusserhöhung von fünf Prozent, der in einer Grundsatzdebatte über die Attraktivität der Gemeinde mündete. Das veranlasste den Gemeinderat, eine Kommission Attraktivitätssteigerung ins Leben zu rufen. Sie organisierte zusammen mit der Exekutive die erwähnte Zukunftskonferenz.

Es ist nicht der erste Versuch, in Oberengstringen einen Konsens zu finden. Bereits 2003 hatte sich eine Bürgergruppe unter dem Namen Zukunft Oberengstringen, kurz ZOE, zusammengefunden. Sie blieb jedoch ohne grosse Wirkung.

Wie wichtig eine Attraktivitätssteigerung für Oberengstringen ist, hält auch der Schlussbericht fest: Die Gemeinde kämpfe mit den schlechten finanziellen Verhältnissen und einer Tendenz zur Schlaf- und Durchgangsgemeinde. Zusammen mit anderen Problemstellungen ergebe sich daraus ein «wenig vorteilhaftes Image».

Der vollständige Schlussbericht der Arbeitsgruppe AOE ist zu finden auf der Internetseite www.oberengstringen.ch, Rubrik «Aktuelles», Unterrubrik «Neuigkeiten».

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