Dietikon
Zukünftig sollen 44 Stelen den Weg weisen

Mit Wegweisern, die in den Farben Anthrazit, Lindgrün und Weiss gehalten sind, will die Stadt im Zentrum für Orientierung sorgen. Kostenpunkt des neuen Informations- und Leitsystems: gut 300 000 Franken.

Gabriele Heigl
Merken
Drucken
Teilen
Beispiel für eine Planstele beim Einkaufszentrum Rosenberg Winterthur. zvg

Beispiel für eine Planstele beim Einkaufszentrum Rosenberg Winterthur. zvg

zvg

Wenn es nach dem Stadtrat geht, werden in etwa eineinhalb Jahren 44 Stelen im Zentrum den Weg weisen. Sie sollen die Passanten informieren, ihnen Orientierung geben auf ihrem Weg durch Dietikon, dessen Zentrum optisch aufwerten und dieses überhaupt erst als solches erkennbar machen. 311 000 Franken will sich die Stadt das neue Informations- und Leitsystem kosten lassen.

Den Anstoss dafür gab eine über einen längeren Zeitraum laufende Problemanalyse der Standortförderung und des Stadtplanungsamts in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Zentrum Dietikon (VZD). Dabei zeigte es sich, dass vor allem der Kaufkraftabfluss nach Zürich und Spreitenbach sowie der unausgewogene Branchenmix dem Gewerbe Sorge bereitet, beides Bereiche, für die die Stadt höchstens die Rahmenbedingungen verbessern aber nicht direkt eingreifen kann.

Vorprojekt kostete 65 000 Franken

Anders sieht es mit der Aufwertung des Zentrums aus, dessen mangelnde Attraktivität ebenfalls kritisiert wird. Mehr Einkaufserlebnisse soll es bieten und Begegnungsort werden. Ein erster Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel soll nun mit dem Informationssystem und einer neuen Signaletik (siehe Zweittext «Orientierung geben») gemacht werden.

Im letzten Jahr erhielt nach einer Ausschreibung die Winterthurer Firma Designalltag Rinderer GmbH den Zuschlag für ein Vorprojekt, für dessen Erstellung der Stadtrat in eigener Kompetenz einen Kredit in Höhe von 65 000 Franken bewilligte. Spricht der Gemeinderat nun den Kredit für die Umsetzung, dann werden bald 44 verschiedene Stelen und Wegweiser im Zentrum aufgestellt.

Unterschieden werden grosse Planstelen (mit aufgedruckten Plänen, sieben Stück), Wegweiserstelen (15), Platzstelen (die auf einem Platz stehen und ihn benennen, fünf Stück) sowie Wegweiser (17). Produktion und Montage der Stelen machen mit 165 000 Franken den grössten Anteil der Kostenrechnung aus.

Die Stadt erhofft sich viel von diesem Leitsystem. Im Kreditantrag heisst es: «Eine zeitlose, funktionale, hochwertige und ästhetische Signaletik hinterlässt einen positiven Eindruck, steigert die Aufenthaltsqualität, ist die Visitenkarte der Stadt im öffentlichen Raum (...) und trägt auch zu einem Imagegewinn bei.»

Die Stelen in der Grundfarbe Anthrazit sollen mit einem horizontalen Streifen in Lindgrün im oberen Bereich versehen sein. Der horizontale Streifen am oberen Rand solle als Blickfang dienen, daher sei auch bewusst nicht die städtische Farbe Blau gewählt worden, so Stadtpräsident Otto Müller. Dem Kreditantrag kann man weiterhin entnehmen, dass die Schriftfarbe Weiss sein und «mittels Folierung» aufgebracht werden soll. Die Schriftart gemäss dem Corporate Design der Stadt: die «Frutiger 55 Roman».

Touch-Screen-Stelen zu teuer

Der Übersichtlichkeit halber soll der Weg nur zu «Angeboten von öffentlichem Interesse» gewiesen werden. In dem bereits detailliert ausgearbeiteten Vorprojekt werden drei Routen definiert, die zu rund 20 Destinationen führen: Die Hauptroute vom Rapidplatz via Bahnhof, Kirchplatz und Stadthaus zur Freizeitanlage Chrüzacher, sowie zwei Nebenrouten zum Bruno-Weber-Park (via Frei- und Hallenbad Fondli und Stadthalle) sowie zum Friedhof.

Es wurden auch Touch-Screen-Stelen mit einem interaktiven Informationssystem erwogen, die zusätzlich als Werbeplattform hätten dienen können. Da der Betrieb eines solchen Systems nicht Aufgabe der Stadt ist, wurde die VZD angefragt. Diese winkte allerdings mangels personeller und finanzieller Ressourcen ab.

Die Stadt plant, der Firma Designalltag Rinderer GmbH auch die Umsetzung des Projekts zu übertragen. Für die Herstellung der Stelen müssten aber Drittfirmen beauftragt werden. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.