Uitikon
Zukunft von Schlieren-Bus noch ungewiss: Anwohner stören sich an neuer Busroute

Gegen die abgeänderte Route der Linie 201 formiert sich in Ringlikon Widerstand. Anwohner bemängeln Lärm und Luftverschmutzung.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Der Testbetrieb des Busses 201 endet im kommenden Jahr. Archivbild: Severin Bigler

Der Testbetrieb des Busses 201 endet im kommenden Jahr. Archivbild: Severin Bigler

CH Media

Im beschaulichen Uitiker Ortsteil Ringlikon sei es zu laut. Dies behauptet eine Gruppe von Anwohnern, die sich mittels einer Anfrage an den Gemeinderat gewendet hat. So verursache die zusätzliche Schlaufe, die der Ortsbus 201 seit rund zwei Jahren macht, zusätzlichen Lärm und Verunreinigung der Luft. An der Gemeindeversammlung am Dienstagabend beantwortete der Gemeinderat die Fragen der Anwohnergruppe, erteilte dem Wunsch nach einer Abschaffung der Zusatzschlaufe aber eine Abfuhr.

Im Dezember 2021 endet der vierjährige Testbetrieb der Ortsbusverlängerung, zu der das Volk 2016 Ja gesagt hatte. Der Ortsbus, der bis dahin zwischen der Haltestelle Wängi und dem SZU-Bahnhof Uitikon Waldegg verkehrte, wurde damals bis nach Schlieren verlängert. Zwar bediente der Bus in Richtung Bahnhof Waldegg die Haltestellen Ringlikon Dorf und Gättern. Richtung Dorfkern liess er sie aber aus und fuhr direkt die Haltestelle bei der katholischen Kirche an. Wollten Ringliker vom Bahnhof Waldegg in ihren Ortsteil, mussten sie erst den Umweg über das Dorfzentrum machen. Wer von Ringlikon ins Dorf wollte, musste beim Bahnhof Ringlikon im Bus 18 Minuten warten, da der Bus auf die Bahn warten musste zwecks Anschluss. Wegen einer Anfrage aus dem Volk wurde dieses Problem behoben und der Bus bediente ab 2018 alle Haltestellen. «Diese Zusatzschlaufe soll auf gleichem Verfahrensweg wieder eingestellt werden», schreibt die «IG für eine verkehrsberuhigte Ringlikerstrasse».

Ringliker profitieren von der Schlaufe

«Würde der Gemeinderat die Zusatzschlaufe, wie von der IG verlangt, nun einstellen, stiesse dies bei den meisten Ringlikern auf grosses Unverständnis», heisst es in der Stellungnahme des Gemeinderates von Dienstag. «Die monierte Lärmbelastung und Schadstoffemission, deren Werte alle absolut im Normbereich liegen und gesundheitlich unbedenklich sind, gewichtet der Gemeinderat im Vergleich zum grossen Nutzen geringer.» Daher bestehe kein Anlass zur Veränderung. Obwohl eine Sprecherin der IG dafür plädierte, dass der Gemeinderat dennoch Massnahmen zur Verkehrsberuhigung ergreift, gilt die Anfrage als erledigt. Patrick Martin, ehemaliger Präsident der Rechnungsprüfungskommission, beantragte zwar die Diskussion. Die Versammlung verweigerte ihm diese jedoch mit 36 zu 21 Stimmen.

Auf Nachfrage sagte er anschliessend, dass eine Abschaffung der Schlaufe ein grosser Verlust für den Ortsteil Ringlikon wäre. Derzeit seien rund 40 neue Wohneinheiten im Quartier geplant, weshalb eine gute Busanbindung von grosser Bedeutung sei. Zudem vertrete die IG nur die Interessen der Bewohner eines sehr begrenzten Stücks der Ringlikerstrasse im Ortsteil Waldegg. «Ein funktionierender öV muss über den egoistischen Interessen Einzelner stehen», so Martin.

Die Zukunft der Verlängerung der Buslinie nach Schlieren ist in der Schwebe: Zwar würden sich die beiden Gemeinden für die Beibehaltung einsetzen, da sie einen grossen Mehrwert biete. «Doch der Entscheid obliegt dem Zürcher Verkehrsverbund. Fällt dieser negativ aus, entscheiden die Uitiker Stimmbürger über eine allfällige Verlängerung des Probebetriebs», so der Gemeinderat. Wegen der Pandemie sei es schwierig, das öV-Netz zu planen. «Aus diesem Grund will die Postauto AG die Erweiterung der Linie 201 ab Dezember 2021 noch nicht ins Regelangebot übernehmen.» Diesbezüglich würden aber noch Gespräche laufen. Der Entscheid soll im Frühling des kommenden Jahres gefällt werden.

Gemeindeversammlung heisst Steuerfussabtausch gut

Uitikon Mit den Finanzen ihrer Gemeinde sind die Uitikerinnen und Uitiker sehr zufrieden. Ohne Gegenstimme winkten die 73 Anwesenden an der Gemeindeversammlung am Dienstagabend das Budget 2021 der politischen Gemeinde durch. Und die 59 Stimmberechtigten, die zur Versammlung der Schul­gemeinde blieben, hiessen deren Budget 2021 auch einstimmig gut. Damit wird auch der Steuerfuss beider Güter angepasst, ohne dass der Gesamtsteuerfuss von 80 Prozent erhöht wird. Bei der politischen Gemeinde beträgt er neu einen Prozentpunkt weniger, nämlich 34 Prozent, und bei der Schulgemeinde einen mehr, nämlich 46 Prozent.

Der Gemeinderat budgetiert Aufwände von rund 35,5 Millionen Franken und erwartet eine Punktlandung. Mit lediglich 43000 Franken im Minus sprach Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP) von einer roten Null. Bemerkenswert sei etwa die Arbeit, die im Zusammenhang mit der Bildung der Einheitsgemeinde auf Uitikon zukomme und daher entsprechende Kosten auslöse. Für 2021 wird Uitikon zudem rund 12,2 Millionen Franken in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen. Weiter sollen rund 9 Millionen Franken ins Verwaltungsvermögen investiert werden, wodurch dieses auf rund 33 Millionen ansteigen wird. Besonders die geplanten Arbeiten am Hallenbad Allmend und am Üdiker-Huus seien hier zu erwähnen, erklärte Hoppler. Bis 2024 will die Gemeinde total 42 Millionen investieren. Dazu baue man das Nettovermögen um 28,4 Millionen Franken auf einen Wert von 4,6 Millionen ab.
Investitionen stehen auch bei der Schulgemeinde an, wie Finanzvorstand Arthur Blaser (FDP) ausführte. Total ist ein Betrag von 5,5 Millionen Franken vorgesehen. Bei einem Aufwand von 19,3 Millionen und einem Ertrag von 18,1 Millionen entsteht trotz erhöhtem Steuerfuss ein Minus von 1,2 Millionen Franken.

Im aktuellen Rechnungsjahr sieht es trotz der Coronapandemie sehr gut aus und man werde es besser abschliessen als erwartet, sagte Hoppler. So hätten sich etwa die Einnahmen aus Steuern früherer Jahre von erwarteten 1,6 Millionen Franken auf rund 2,9 Millionen Franken erhöht. «Ein solcher Ausreisser nach oben ist natürlich sehr willkommen.»

Ebenfalls hiessen die Anwesenden einstimmig den Kredit über 2 Millionen Franken für die energetische Sanierung des Altbaus des Schulhauses Rietwies und des früheren Kindergartengebäudes gut. Dieses Geschäft wurde lediglich vorberaten. Die Urnenabstimmung über den Kredit findet voraussichtlich am 7. März 2021 statt. (aru)