Schlieren
Zügeltermin: Hier ziehen Mieter in die Parkside-Überbauung ein

Am Zügeltag ist noch nicht alles so, wie es im Prospekt beschrieben wird: Im rund 3000 Quadratmeter grossen Innenhof der neuen «Parkside»-Überbauung in Schlieren, der den Bewohnern künftig «eine ruhige Oase» sein soll, rattern die Baumaschinen.

Nicole Emmenegger
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Zügeltermin im Parkside Schlieren: So sehen die Wohnungen aus
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Wohn- und Esszimmer in der 2,5-Zimmer-Wohnung
Bad in der 2,5-Zimmer-Wohnung
Innenhof Parkside
Schlafzimmer in der 2,5-Zimmer-Wohnung

Zügeltermin im Parkside Schlieren: So sehen die Wohnungen aus

Limmattaler Zeitung

Statt Bäumen, Sträuchern und Wegen sieht man blaues Isolationsmaterial und Handwerker, die Ziegelsteinmauern hochziehen.

Doch den Bankangestellten aus Birmensdorf, der gestern und heute in die 2,5-Zimmer-Wohnung im fünften Obergeschoss einzieht, lässt sich vom Baulärm nicht stören. Wie die meisten Mieter der 99 «Parkside»-Wohnungen ist er jung, hat keine Kinder und arbeitet tagsüber. Wenn er abends nach Hause kommt, sind die Baumaschinen im Innenhof bereits verstummt.

Auch die Luxus-Loft ist vermietet

Gearbeitet wird dann nur noch im Erdgeschoss des «Parkside», wo der «Migrolino»-Shop bis 22 Uhr geöffnet hat: «Es ist cool, dass ich nach der Arbeit praktisch zu Hause einkaufen kann», sagt der 25-Jährige, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Attraktiv sei für ihn auch die Wohnlage direkt neben dem Bahnhof – so gelange er bequem zu seinem Arbeitsort in Zürich. «Ich habe lange eine Wohnung in der Stadt Zürich gesucht. Aber es war sehr schwierig, zu einem vernünftigen Preis etwas zu finden.»

Für die 58-Quadratmeter-Wohnung mit Balkon und Minergie-Standard im Schlieremer Zentrum bezahle er rund 1500 Franken inklusive Nebenkosten – und damit eine der tiefsten Mieten im «Parkside».

Der teuerste Loft im fünften Obergeschoss kostet monatlich rund 5000 Franken. Er wird wohl bald als letzte der 99 Wohnungen vermietet, wie Nik Grubenmann, Mediensprecher von Halter Unternehmungen bestätigt: «Wir haben eine mündliche Zusage.»

Zeitfenster von drei Stunden für Einzug

Damit es beim grossen Zügeltermin in den letzten Tagen nicht zum Chaos in und um die Grossüberbauung kam, haben die Mieter laut Grubenmann je ein Zeitfenster von drei Stunden für ihren Einzug erhalten. «Sonst hätten die Zügelwagen die Strassen verstopft», so Grubenmann.

Der Bankangestellte lässt sich etwas mehr Zeit und richtet seine Wohnung erst nach dem offiziellen Termin ein: «Ich habe extra zwei Tage freigenommen, um es gemütlich nehmen zu können», sagt er, während er entspannt durch die hellen Räume führt. Herumzuschleppen gibt es für ihn nicht viel: Der 25-Jährige wohnte bisher bei seinen Eltern – das Bett und den Schrank fürs Schlafzimmer lässt er sich direkt von den Möbelhäusern liefern.

Soeben haben zwei Männer ein schwarzes Sofa in die Mitte des 40 Quadratmeter grossen Wohn- und Esszimmers gewuchtet. Das Zimmer bildet laut Prospekt mit seinem grauen Boden, den weissen Wänden und der Sichtbetondecke die «Grundlage für eine stylische Wohnungseinrichtung».

Zu sehen ist von der Einrichtung noch nichts. Auch das mit kleinen blauen Platten ausgekleidete Badezimmer und das rund 12 Quadratmeter grosse Schlafzimmer mit Parkettboden sind noch komplett kahl, aus der Betondecke ragen Kabel für die Lampenanschlüsse: «Wir haben erst vor wenigen Minuten mit Zügeln begonnen», erklärt der Mieter. «Zudem will ich nicht vom ersten Tag an perfekt eingerichtet sein.»

Der industrielle Charakter der Wohnung gefalle ihm sehr gut. Eine Veränderung zieht er allerdings in Betracht: Vorhänge an den grossen Fenstern zum Innenhof sollen vor den Blicken der Nachbarn schützen.