Den Uitiker Hobby-Fussballern kann man nicht den Vorwurf machen, sie seien Schön-Wetter-Fussballer. Immerhin standen sie am Samstag trotz prassendem Regen pünktlich um 14.30 Uhr auf dem Fussballplatz Sürenloh bereit zum Anstoss. Und mit abnehmendem Niederschlag stieg auch die ohnehin schon gute Qualität der Spiele.

Während die FC-Jugend-Spieler die Ballkunst aufblitzen liessen und sich durch die gegnerischen Reihen durchtankten, nutzten die etwas älteren Semester das kurze Spielfeld oft aus, um schnelle Vorstösse zu lancieren und in den knapp 17 Minuten Spielzeit möglichst viele Tore zu schiessen. Da es ein Mixed-Turnier war (immer mindestens zwei Damen auf dem Feld), waren es aber oft auch die Damen, die die entscheidenden Spielzüge zeigten und mit dem Klischee brachen, Fussball sei Männersache.

Doch obwohl die Spielqualität für FC-Uitikon-Präsident Daniel Wallner in den letzten 39 Jahren aufgrund der besseren Nachwuchsarbeit des Vereins, gestiegen ist: der Fussball stehe an diesem Tag nicht im Zentrum. «Das Turnier ist nur das Aufwärmen für das Sommernachtsfest, an dem unser Dorf zusammenkommt».

Ein Ziel, das die Uitiker erfüllten, denn trotz Regen stand viel Volk an der Setenlinie und feuerte die Teams an. Auch wenn sporadisch hier und da ein «die chönd jo garnüd!» zu hören war, so häuften sich doch die Szenenapplause für die Spieler und Spielerinnen, bevor man die Spielpausen nutzte, um in eines der Zelte zu verschwinden und sich zu verpflegen.

«Ich geh kurz duschen»

«Es geht hier mehr darum, Freunde zu treffen und mit dem ganzen Dorf zu feiern, wir kommen zu selten dazu» erklärt Jürg Rahm, Vater von zwei Spielern, weshalb er und seine Nachbarn den Samstag bis in die Nacht hinein am Fussballplatz verbringen. Das sehen auch die meisten anderen Anwesenden so, denn als um 17.30 Uhr die ersten Teams ausscheiden, hört man fast alle sagen: «Ich geh kurz duschen und bin in einer Stunde wieder da.»

Das Sommernachtsfest im Anschluss ans Turnier wuchs in den letzten 30 Jahren zum grössten Dorffest in Uitikon. «Dieses Jahr konnten wir wieder zwei Mannschaften mehr zählen und mussten sogar ein zweites Festzelt organisieren, so gross ist der Andrang» sagte Kurt Rebsamen, OK Präsident des Turnieres – eine Entwicklung, die anhalten solle. Zumal nächstes Jahr das 40-Jahr-Jubiläum des Turnieres stattfindet und der neue Fussballplatz in Uitikon eingeweiht wird. «Dann werden wir vielleicht ja sogar ein drittes Zelt benötigen» witzeln ein paar Vereinskollegen im Hintergrund.