Zürich
Regierungsrat rechtfertigt Überwachungssoftware

Die SP hatte Fragen gestellt zum Programm, das bei Prüfungen eingesetzt wurde, die Studenten zuhause absolvieren.

SDA
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Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die auch einen Sitz in Winterthur hat, musste die Verwendung ihrer Überwachungssoftware rechtfertigen.

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die auch einen Sitz in Winterthur hat, musste die Verwendung ihrer Überwachungssoftware rechtfertigen.

Gaetan Bally

Der Einsatz einer von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ­verwendeten Überwachungssoftware für Online-Prüfungen ist laut dem Zürcher Regierungsrat rechtmässig und datenschutzkonform erfolgt. Dies schreibt er in der Antwort auf eine Anfrage aus dem ­Kantonsrat.

Der Einsatz von Überwachungssoftware bei Online-Prüfungen sei rechtmässig und diene dazu, faire, gültige und verlässliche Prüfungen durch- zuführen, heisst es in der kürzlich veröffentlichten Regierungsratsantwort auf eine von SP-Kantonsrätinnen und Kantonsräten eingereichte Anfrage. Bei der Beantwortung stützte sich der Regierungsrat auf Angaben der ZHAW, da die Anfrage nicht den Kompetenzbereich des Regierungsrats betreffe.

Automatisierte Analysen möglich

Im Zentrum der Anfrage steht die Überwachungssoftware «Proctorio», welche die ZHAW bei einem Teil der Online-Prüfungen einsetzte. Die Möglichkeiten der Software sind umfangreich: Sie kann nicht nur Bild und Ton aufzeichnen, sondern beispielsweise auch Augen- und Kopfbewegungen der Prüflinge analysieren oder einen überdurchschnittlichen Geräuschpegel feststellen. Daraus können sich Hinweise auf Unregelmässigkeiten ergeben, denen im Verdachtsfall nachgegangen wird. Laut der Antwort auf die Anfrage werde die Privatsphäre der Studierenden sowie der Datenschutz beim Einsatz der Software aber respektiert.

Vorgaben zum Einsatz der Software seien in einem Reglement festgehalten worden. Die Datenschutzbeauftragte sei vor dem Erlass des Reglements konsultiert worden. Die konkrete Software habe diese jedoch nicht vorgängig geprüft, für einen verhältnismässigen Einsatz sei die ZHAW selber verantwortlich. «Proctorio» werde auch von anderen europäischen Hochschulen eingesetzt, heisst es weiter.

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