Der Bau der Limmattalbahn gibt auch in der Stadt Zürich zu reden. So wollten zwei Zürcher SP-Gemeinderäte - einer von ihnen aus Altstetten - vom Stadtrat wissen, wie die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ihre geplante Streckenverlängerung nach Schlieren mit der Limmattalbahn koordinieren will.

Die Stadt hatte vor rund zwei Jahren angekündigt, dass sie im Zuge des Baus der Limmattalbahn das 2er-Tram der VBZ nach Schlieren ausbauen will - bis zur Haltestelle Geissweid. Damit wäre der 2er nach der bisherigen Endhaltestelle Farbhof um sechs Haltestellen reicher.

«Überlappung» war Favorit

In seiner Antwort erklärt der Stadtrat, weshalb er an der Linienführung des 2er-Trams nach Schlieren festhalten will: Eine Expertengruppe habe die Anschlussvarianten geprüft und sich für eine «Überlappung» der beiden Bahnen ausgesprochen. Dabei kommen dem 2er und der Limmattalbahn auf der Strecke Schlieren bis Bahnhof Altstetten unterschiedliche Funktionen zu.

In dieser Strecke sieht der Stadtrat den «frequenzstärksten Abschnitt», deshalb seien zur Deckung der Nachfrage sowohl Tram als auch Limmattalbahn nötig. Für das Tram sieht der Stadtrat einen Takt von siebeneinhalb Minuten vor, während die Limmattalbahn im 15-Minuten-Takt verkehren werde. Passagiere aus Schlieren könnten so umsteigefrei bis ins Stadtzentrum gelangen.

Aus Stadtzürcher Sicht ist es nicht die Verlängerung, die zu Diskussionen Anlass gibt, sondern eine neue Streckenführung auf Stadtgebiet: Gewissen Einwohnern von Altstetten stösst sauer auf, dass der 2er künftig den Streckenabschnitt zwischen Lindenplatz und Farbhof nicht mehr auf der Badenerstrasse zurücklegen soll.

Stattdessen würde das Tram via Bahnhof Altstetten geführt und ab dort auf demselben Trassee verkehren wie die Limmattalbahn. In Schlieren muss jedoch extra fürs Tram eine Wendeschlaufe gebaut werden. Die Begeisterung darüber hält sich vor Ort in Grenzen.

Ohne Halt bis Hauptbahnhof

Der Stadtrat verweist überdies auf die geplante 4. Teilergänzung der Zürcher S-Bahn. Ein Teil der Bahnlinien soll künftig von Altstetten ohne Halt bis zum Hauptbahnhof geführt werden. Das sei vor allem für Pendler mit Arbeitsplätzen entlang der Badenerstrasse sinnvoll, die heute am Bahnhof Hardbrücke umsteigen würden.

Die Umstellung hat aber auch zur Folge, dass Passagiere der Limmattalbahn oder des künftigen 2er-Trams aus Schlieren eine schnellere Anbindung an den Hauptbahnhof haben als mit dem Tram oder dem 31er-Bus. Zumal der 2er nicht zum Hauptbahnhof, sondern ins Seefeld fährt, und sie sowieso umsteigen müssten.

Insgesamt sollen öV-Passagiere nach dem Ausbau aber nicht mehr, sondern weniger umsteigen müssen. Sind die Limmattalbahn und das 2er-Tram erst einmal Realität, rechnet der Stadtrat mit 3300 Umsteigevorgängen, die wegfallen werden.

Altstetten wird massiv wachsen

Das Quartier Altstetten ist gemäss Stadtrat ein massgebender Entwicklungsschwerpunkt von Zürich. Bis 2030 dürfte es um 8000 Einwohner und 4000 Beschäftigte wachsen. Den Bahnhof Altstetten werden dann gemäss stadträtlicher Schätzung 65 000 Fahrgäste frequentieren, heute sind es 36 000. Die VBZ rechnen mit einem Anstieg von 24 000 auf 45 000 Tram- und Buspassagiere.

Die Reisezeit von der bisherigen Endhaltestelle in die Innenstadt wird sich mit der geplanten Schlaufe leicht erhöhen, allerdings um bloss 90 Sekunden.