Gewalt

Zürcher Obergericht reduziert Strafe für Limmattaler Türsteher

Das Strafmass des Türstehers wurde vom Obergericht gesenkt.

Das Strafmass des Türstehers wurde vom Obergericht gesenkt.

Das Obergericht hat gegen einen gewaltbereiten Türsteher aus dem Limmattal ein milderes Urteil ausgesprochen als die Vorinstanz. Weil auf den Widerruf einer einschlägigen Vorstrafe verzichtet wurde, muss der Tunesier nur elf statt 29 Monate absitzen.

Der 29-Jährige war im Frühjahr 2013 innerhalb von wenigen Wochen in der Stadt Zürich zwei Mal gewalttätig geworden. Zuerst verpasste er in einem Club einem angetrunkenen Swiss-Piloten mehrere heftige Schläge gegen den Kopf, weil dieser zuvor eine Frau angerempelt hatte. Der Pilot erlitt dabei einen Gehörschaden.

Zwei Wochen später prügelte der Türsteher zusammen mit einem Kollegen vor einem Club einen Kosovo-Albaner spitalreif. Das Opfer zog sich eine Gehirnerschütterung und zwei Rissquetschungen am Kopf zu.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den Beschuldigten im Oktober 2014 zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von elf Monaten. Zudem widerrief es eine einschlägige bedingte Vorstrafe von 18 Monaten. Diese hatte der Türsteher kassiert, nachdem er im Kanton Baselland in einer Bar eine Frau intim begrabscht und Gäste mit Faustschlägen traktiert hatte.

Ausschaffung abgewendet

Gegen die Gesamtstrafe von 29 Monaten legte die Verteidigung Berufung ein und forderte einen Freispruch. Das Obergericht bestätigte zwar in dem am Mittwoch publizierten Urteil den Schuldspruch der Vorinstanz, verzichtete aber auf den Widerruf der Vorstrafe. Dagegen wurde die Probezeit von drei Jahren um weitere anderthalb Jahre verlängert.

Die verbleibende Freiheitsstrafe von elf Monaten kann der mit einer Schweizer Polizeibeamtin verheiratete Tunesier in Form der Halbgefangenschaft verbüssen. Wegen des bedeutend tieferen Strafmasses wird er zudem nicht aus der Schweiz ausgeschafft.

Für die aufgelaufenen Gerichtskosten von über 11'000 Franken muss er selber aufkommen. Überdies wurde er verpflichtet, dem geschädigten Swiss-Piloten ein Schmerzensgeld in Höhe von 1500 Franken zu bezahlen.

Meistgesehen

Artboard 1