In seinem neuen Programm «iFach Zucco» beschäftigt sich der Komiker Claudio Zuccolini mit überflüssigem Luxus und schwört auf die neue Bescheidenheit. Mit dem Programm 4.0 knüpft der quirlige Bündner nahtlos an sein letztes Werk an, wo er sein Publikum reich und erfolgreich machte.

Er lässt damit auch seinen Gastauftritt im Zirkus Knie vom vergangenen Jahr in den Hintergrund rücken, der ihm zum Teil harsche Kritiken bescherte. Und dennoch ist die Vergangenheit zu Beginn seines Auftrittes im Gemeindesaal Büel in Unterengstringen ein Thema. Selbstironisch blickt er zurück, auf sich, sein Leben, seine Herkunft und auf das, was er immer wieder durchlebt. So verspricht Zuccolini: «So reich wie heute Abend werden Sie nie wieder.»

Geiz ist nicht mehr geil

Mit der Verpflichtung von Claudio Zuccolini zum Auftakt des diesjährigen Mittefastens gelang der Kulturellen Kommission von Unterengstringen ein Glücksgriff. «Die Grundidee für mein neues Programm war, dem Publikum etwas zu präsentieren», sagt Zuccolini. Dass die «Geiz-ist-geil»-Mentalität kalter Kaffee ist, wird deutlich, als Zuccolini erzählt, wie er dank einer E-Mail vom chinesischen Mister Wu und einem Investment von 5000 Dollar am Ende zwanzigfacher Millionär wurde. Denn wer sparsam lebt, glaube nicht an sich selbst, ist Zuccolini überzeugt. «Diese One-Man-Komik, sich selbst dabei locker und abstrakt auf die Schippe nehmen, ist nicht einfach», weiss auch Peter Trombik, Gemeindepräsident von Unterengstringen.

Im neuen Programm von Claudio Zuccolini fehlen seine esoterisch-alternativen Freunde Kurt und Erika samt Familie ebenso nicht wie auch der Kanton Graubünden, die Heimat von Claudio Zuccolini. Bei 483 Sonnentagen pro Jahr und dem Blick ins neblige Unterland bemerkt Zuccolini nüchtern: «Eigentlich müsste es ja statt Grau-, Blaubünden heissen.» Besonders nachhaltig sind auch seine Schilderungen, woher die Haar-Extensions in den Coiffeursalons stammen – nämlich aus den Abflussfiltern der öffentlichen Schwimmbäder. Und jenes nicht mehr ganz reine Poolwasser sei bei Zürcher Kleinbrauereien im Moment sowieso besonders angesagt.

Dank Förderung zum Hooligan

Vor dem Höhepunkt, wo Zuccolini zur grossen Rettung der Welt ausholt, beleuchtet er, unterlegt von dramatischen Klängen bekannter Katastrophenfilme, die haarsträubenden Szenen im Magen eines Mannes, der sich einer nächtlichen Fressattacke nicht erwehren konnte. Genau dann, wenn die Verdauungsmannschaft eh nur noch in Pikettstärke zugegen ist. Den vielen anwesenden Eltern im Büelsaal skizzierte Zuccolini zudem sein Engagement zur Förderung von unbegabten Kindern, die er zu Fussball-Hooligans oder Autorasern ausbildet. «Ich habe mich im Programm immer wieder selbst gefunden. Claudio Zuccolini stand schon lange auf unserer Wunschliste und hat die Erwartungen beim Publikum deutlich übertroffen», gesteht Marianne Cereghetti von der kulturellen Kommission.

Der klein gewachsene Bündner hat den Abstecher zum Zirkus gut verdaut und ist nun erfolgreich auf die Bühne zurückgekehrt – besser als je zuvor.