Herr Gemperle, Sie treten an der Generalversammlung von Donnerstag, 7. Februar, als Präsident des FC Birmensdorf zurück. Was hat den Ausschlag gegeben?

Roger Gemperle: Wegen der neuen Position, welche ich im Geschäft bekleide, und wegen verschiedener Projekte fehlt mir einfach die Zeit, das Amt des Präsidenten des FC Birmensdorf so auszuüben, wie ich es gerne möchte. Zudem finde ich, dass nach sechs Jahren ein Wechsel in diesem Amt durchaus auch Sinn ergibt.

Sie haben Ihren Rücktritt bereits an der vergangenen GV angekündigt. Warum so früh?

Ich wollte damit genügend Zeit haben, um die Nachfolge zu regeln.

Haben Sie schon länger mit dem Gedanken gespielt zurückzutreten?

Mein Plan war eigentlich, dieses Amt fünf Jahre lang zu bekleiden und danach zurückzutreten. Es sind nun sechs Jahre daraus geworden, und ich habe es sehr gerne gemacht. Aber wie bereits erwähnt, erachte ich es als sinnvoll, wenn ein neuer Präsident mit neuem Elan und Ideen den Verein übernimmt.

Welchen Moment haben Sie aus Ihrer Amtszeit in besonders guter Erinnerung?

Es gibt ein paar schöne Momente, welche ich erleben durfte. Ich habe mich zum Beispiel sehr darüber gefreut, dass ich Giuseppe Buffolino überzeugen konnte, unser Klubhaus zu übernehmen. Dieses führt er mit sehr viel Begeisterung, Leidenschaft und Hingabe. Das wird jeweils auch von den Gästemannschaften geschätzt. Ein weiterer Meilenstein war die Beleuchtung, welche wir auf dem oberen Fussballplatz realisieren konnten und die uns so bessere Trainingsmöglichkeiten bietet. Und zum Schluss freut es mich sehr, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte des FC Birmensdorf eine Mädchenmannschaft Junioren D stellen konnten und auch bei den Kleinsten sehr viele Mädchen haben.

Gibt es auch Augenblicke, die Sie nicht in so guter Erinnerung behalten haben?

Es gibt natürlich auch Sachen und Ereignisse, die nicht so positiv waren. Ich denke da an ein paar Entscheidungen des Zürcher Fussballverbandes, die meiner Meinung nach fragwürdig waren. Und ich denke im Allgemeinen an die mangelnde Bereitschaft, Frondienst für den Verein zu leisten. Anstelle, dass etwas einfach einmal gemacht wird, lautet die Frage zuerst immer: Was bekomme ich dafür?

Ein schwieriger Moment war auch der Abstieg in die 4. Liga letztes Jahr. Ein Abstieg, mit dem man gerechnet hatte, nachdem man das A+-Juniorenteam als erste Mannschaft eingesetzt hatte. Würden Sie diesen Entscheid nochmals so treffen?

Ich würde diesen Entscheid sofort wieder so treffen. Sportlich gesehen hat uns diese Strategie zwar in die 4. Liga gebracht, was natürlich nicht super ist, aber vorhersehbar war. Wirtschaftlich hingegen war dieser Entscheid das einzig Richtige.

Inwiefern?

Wir haben zum Beispiel in diesem Jahr das beste Ergebnis überhaupt erzielt und stehen als gesunder Verein da. Mir war das immer wichtig, weil es in einem Verein nicht nur die erste Mannschaft gibt, sondern es gibt viele weitere Mitglieder – Aktive, Senioren sowie Junioren und Juniorinnen. Und auch für diese tragen wir als Vorstand die Verantwortung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man mit dem vorhandenen Geld wirtschaftlich umgeht und nicht Sachen macht, nur damit auswärtige Spieler verpflichtet werden können. Hochgerechnet haben wir durch die Massnahme, die A+-Junioren als erste Mannschaft laufen zu lassen, zirka 25 000 Franken eingespart. Geld, das ich lieber für eigene Junioren und für die Infrastruktur ausgebe als zum Beispiel für einen Wäscheservice des Fanionteams. 

Harry Schenk, der mit dem Verein seit langem sehr verbunden ist, hat sich bei Ihnen als Kandidat für Ihre Nachfolge gemeldet. Gibt es noch weitere Kandidaten?

Als mich Harry Schenk informiert hat, dass er dieses Amt gerne übernehmen möchte, habe ich mich gefreut. Ich kenne Harry schon lange und weiss, dass er dieses Amt mit sehr viel Herzblut ausführen wird. Weitere Kandidaten sind mir nicht bekannt.

Zu Ihrer Zukunft: Bleiben Sie dem Verein in einer anderen Funktion erhalten?

Ich bin über 30 Jahre beim FC Birmensdorf und dieser Verein liegt mir sehr am Herzen. Ich werde dem FC Birmensdorf weiterhin als Spieler der Senioren 40+-Mannschaft erhalten bleiben, so lange ich nicht verletzt bin. Zudem werde ich auch in Zukunft meine Kontakte nutzen, um den FC Birmensdorf im Bereich Sponsoring zu unterstützen.

Was wünschen Sie dem FC Birmensdorf für die Zukunft? Also sportlich und strukturell?

Sportlich wäre es sicher schön, wenn wir in naher Zukunft wieder eine 3.- Liga-Mannschaft stellen könnten. Dies aber nicht zu jedem Preis. Strukturell wäre es natürlich sehr schön, wenn der FC Birmensdorf irgendwann mal ein Kunstrasen erhalten würde.