Dietikon
Zu wenig Gymischüler im Bezirkshauptort? Parlamentarier machen sich Sorgen wegen vielen Schülern ohne deutsche Muttersprache

Der Dietiker Stadtparlamentarier Sven Johannsen (GLP) hat eine Interpellation eingereicht, die sehr breite Unterstützung findet. Neben ihm haben 16 weitere Politikerinnen und Politiker von links bis rechts die Interpellation unterschrieben.

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GLP-Politiker Sven Johannsen wundert sich, ob die Anzahl Eintritte in Mittelschulen in Dietikon über oder unter dem kantonalen Durchschnitt liegt. Im Bild die Kantonsschule Limmattal.

GLP-Politiker Sven Johannsen wundert sich, ob die Anzahl Eintritte in Mittelschulen in Dietikon über oder unter dem kantonalen Durchschnitt liegt. Im Bild die Kantonsschule Limmattal.

David Egger

Johannsen bittet den Stadtrat darin um einen Vergleich. Er will wissen, ob der Anteil der Eintritte in Lang- und Kurzgymnasien, Handels-, Informatik-, Fach- und Berufsmittelschulen nach Abschluss einer Dietiker Schule höher oder tiefer liegt als im kantonalen Durchschnitt. Der Vergleich soll sich über die letzten fünf Jahre erstrecken.

«Wie schätzt der Stadtrat den Einfluss guter Bildungsperspektiven in der obligatorischen Schule auf die Wohnortattraktivität ein?», fragt Johannsen weiter. Überdies will er wissen, welche Programme die Dietiker Schule derzeit anbietet, um «leistungsfähige und ehrgeizige» Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Aufnahme in Gymnasien und Mittelschulen vorzubereiten. Hierzu fragt Johannsen zudem, in welchem Verhältnis derartige Programme zu Programmen stehen, die sich an ver­haltensauffällige und lernschwache Schülerinnen und Schüler richten. Vergleichen soll das die Stadt anhand der dafür aufgewendeten Stunden.

Spezialklassen für die Schüler, die gut Deutsch können?

«Welche Massnahmen sieht der Stadtrat oder die Schulpflege als geeignet, um die Anzahl der Übertritte in Gymnasien und Mittelschulen näher an das kantonale Niveau heranzuführen?», will Johannsen weiter wissen. Und schliesslich fragt er auch noch, ob Sonderklassen, zumindest teilzeitliche, für Schüler mit guten bis sehr guten Leistungen in Deutsch organisatorisch und rechtlich möglich wären.

Johannsen begründet seinen Vorstoss unter anderem damit, dass in seinem persönlichen Umfeld der Hauptgrund für den Wegzug aus Dietikon von bildungsnahen und einkommensstarken Familien «die subjektive Bewertung der Schulqualität» sei. Es werde jeweils befürchtet, dass das schulische Umfeld in Dietikon den Kindern nicht die Möglichkeit biete, ihr Leistungspotenzial auszuschöpfen. Dies werde vor allem mit der hohen Anzahl Schüler ohne deutsche Muttersprache begründet, so Johannsen.