Dietikon
Zu teuer: Stadtrat will das Unicef-Label nun doch nicht

Dietikon soll nun doch nicht offiziell als «kinderfreundliche Gemeinde» zertifiziert werden. Vier Jahre nachdem der Prozess, um das Unicef-Label zu erlagen, gestartet worden ist, macht der Stadtrat aus finanziellen Gründen einen Rückzieher.

Bettina Hamilton-Irvine
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Laut Unicef verfügt Dietikon über ein vielfältiges Angebot für Kinder.

Laut Unicef verfügt Dietikon über ein vielfältiges Angebot für Kinder.

Limmattaler Zeitung

Im September 2009 schlug die damalige Gemeinderätin und heutige Stadträtin Esther Tonini (SP) der Exekutive in einem Postulat erstmals vor, das Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde» anzustreben. Im Mai 2010 erklärte sich der Stadtrat bereit, die Unicef-Standortbestimmung zur Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in die Legislaturziele aufzunehmen.
Vor einem Jahr sah es anders aus
Im September 2012 sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP) auf Anfrage der Limmattaler Zeitung, die Standortbestimmung sei abgeschlossen und Unicef stelle Dietikon die Auszeichnung «kinderfreundliche Gemeinde» in Aussicht. Das Label entspreche der Legislaturzielsetzung des Stadtrats und man stehe dem Zertifikat weiterhin positiv gegenüber, sagte Müller.
Trotzdem wird der Prozess nun gestoppt. Man sehe sich aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt Dietikon dazu gezwungen, heisst es in einer gestern verschickten Medienmitteilung. Das Label zu erlangen, wäre zu aufwendig, schreibt die Stadt: Es sei zum heutigen Zeitpunkt «nicht abschätzbar», wie viel die Durchführung von Workshops, Zukunftswerkstätten und die Erarbeitung von Aktionsplänen für vier Jahre Dietikon kosten würde. Doch: Zwei ähnlich grosse Städte, die mit dem Label ausgezeichnet worden seien, hätten dafür Kosten im sechsstelligen Bereich in Kauf nehmen müssen, schreibt die Stadt.
Man freue sich jedoch, heisst es in der Mitteilung weiter, dass Dietikon gemäss Unicef-Standortbestimmung eine kinder- und familienfreundliche Stadt sei und in diesem Bereich über ein vielfältiges Angebot verfüge. Auf dieser Grundlage wolle man weiter aufbauen.