Eine Dreifachturnhalle bei der Kantonsschule Limmattal (KSL) würde die Kantonsfinanzen über Gebühr beanspruchen. Dies ist mit ein Grund, weshalb eine solche im Rahmen des Erweiterungsneubaus der KSL nicht vorgesehen ist, dafür aber zwei Doppelturnhallen. Das schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der Limmattaler Kantonsräte Sonja Gehrig (GLP, Urdorf), Martin Romer (FDP, Dietikon) und Rosmarie Joss (SP, Dietikon).

Sie wollten vom Regierungsrat unter anderem wissen ob er eine regionale Bedürfnisabklärung bei Schulen, Vereinen oder Verbänden in Urdorf und im Bezirk vorgenommen habe. Denn mit den Doppelturnhallen würden automatisch jene Sport- und Wettkampfmöglichkeiten im ausserschulischen Bereich ausgeschlossen werden, die zwingend auf eine grosse Dreifachsporthalle angewiesen seien, wie etwa Basketball, Handball oder Unihockey.

Teurer Unterhalt

«Die finanzielle Lage des Kantonshaushaltes macht es erforderlich, dass die Schulhausbauten in erster Linie auf die schulischen Bedürfnisse ausgerichtet werden», schreibt der Regierungsrat. Die Anforderungen an Schulsportanlagen würden deutlich unter denjenigen für Dreifachturnhallen liegen. «Insbesondere deren kostenintensive Anlageteile wie Zuschauerinfrastruktur, Tribünen, Erschliessungsflächen und Fluchtwege, Bistro, Sanitärzonen, Wettkampfeinrichtungen, Anzeigetafeln, Parkierung, zusätzliche Gebäudetechnik und weitere Elemente werden für den Sportunterricht nicht benötigt», heisst es in der Antwort.

Diese Zusatzausgaben für ausserschulische Zwecke könnten deshalb nicht mit Mitteln für die Bildung finanziert werden. Selbst dann, «wenn diese zusätzlichen Anlageteile mit Mitteln des Sportfonds und der Gemeinden finanziert würden, ergäbe sich eine Mehrbelastung des Schulbudgets durch den wesentlich erhöhten Unterhaltsaufwand», schreibt der Regierungsrat weiter.

Eine Veränderung der Projektparameter im laufenden Architekturwettbewerb oder gar dessen Abbruch kommen für den Regierungsrat nicht infrage. Ersteres sei nicht möglich und Letzteres «angesichts der wachsenden Schülerzahlen und der hohen zeitlichen Priorität des Erweiterungsbaus der Kantonsschule Limmattal nicht zu verantworten».

Bildungszweck erfüllt

Hinzu kommt laut Regierungsrat, dass der Erweiterungsbau vorab einen Bildungszweck erfüllt und die Bedürfnisse der KSL abdecken soll. «Damit wird insbesondere dem voraussichtlichen Schülerwachstum im Einzugsgebiet der Schule Rechnung getragen. Die ausserschulische Nutzung der Sportanlagen bleibt möglich und ist auch erwünscht», hält der Regierungsrat fest. So würden die Feldgrössen in den beiden geplanten Hallen den nationalen Anforderungen sowohl für Basketball als auch für Volleyball genügen. Und für Unihockey und Handball «können die Doppelturnhallen sowohl für Kleinfeldspiele als auch für Trainingszwecke eingesetzt werden».

Zurzeit besuchen etwa 750 Schülerinnen und Schüler die KSL. Bis 2040 wird diese Zahl nach heutigen Prognosen auf rund 1100 ansteigen. Deshalb ist eine Erweiterung der bestehenden Schulanlage notwendig. Die Kosten dafür werden mit rund 55 Millionen Franken veranschlagt. Der Bezug des Erweiterungsneubaus erfolgt frühestens Ende 2022.