Eine Handvoll Eierschwämme – mehr konnte Robert Andreoli dieses Jahr in den Limmattaler Wäldern bisher nicht finden. «Erst war es zu kalt und zu nass für die Pilze, jetzt ist es schon lange zu trocken», sagt der ehemalige Präsident des Pilzvereins Dietikon. Seine ganze Hoffnung setzt er auf einen schönen Herbst. Die besten Bedingungen für Pilze seien feuchte Böden und nicht allzu kalte Temperaturen, so Andreoli.

Auch der aktuelle Präsident des Pilzvereins Dietikon, Andreas Wolf, ist mit der Pilzsaison nicht zufrieden. «Das Jahr ist schlecht. Im Frühling hatte es vereinzelt Morcheln. Im Sommer vereinzelt Röhrlinge. Zurzeit sieht es etwas besser aus. Verschiedene Röhrlinge und Täublinge, aber auch Wiesenchampignons sind auf dem Vormarsch», sagt er.

Adeline Tomaschett, Vizepräsidentin des Pilzvereins Schlieren, hat noch fast keine Pilze zu Gesicht bekommen. «Auf die kühleren Tage letzte Woche folgte erneut eine Wärmeperiode. Das ist für Pilze nicht ideal», sagt sie. Die wenigen Exemplare, die man finde, seien mickrig. «Für diese Jahreszeit ist das sehr untypisch. Normalerweise sind wir im September mitten in der Hochsaison», so Tomaschett.

Pilzkontrolle hat nichts zu tun

Mit leerem Pilzkorb aus dem Wald zurück kamen diese Woche auch Guglielmo und Verena Martinelli. Das Ehepaar kontrolliert in Dietikon seit 30 Jahren die Pilzausbeute der Limmattaler Sammler. Drei Mal pro Woche sind sie in der Pilzsaison an der Bremgartnerstrasse stationiert und werfen einen Blick auf die Ausbeute der Pilzler.

Doch bisher ist kaum einer gekommen. «Wie auch, es gab in diesem Jahr wirklich fast keine Pilze», sagt Verena Martinelli. Ihr Mann stimmt ihr zu: «So ein schlimmes Jahr haben wir noch nie erlebt.» Die wenigen Pilze, die man finde, seien hart wie Leder. «Das Wetter passt einfach rundum nicht», stellt Verena Martinelli fest. Wenn es aber bald einmal abkühlen und richtig gewittern würde, könnte sich die Lage schnell ändern, so Verena Martinelli. «Stimmt das Klima für die Pilze, wachsen sie praktisch über Nacht.»

Dass auch in der restlichen Schweiz die Pilzsaison nicht zufriedenstellend war, bestätigt Rolf Niggli, Präsident des Verbands Schweizerischer Vereine für Pilzkunde. «Bis auf einzelne Ausnahmeregionen gibt es dieses Jahr weniger Pilze», sagt er.

Robert Andreoli hofft, dass Steinpilze, verschiedene Reizker und Täublinge doch noch bald aus dem Boden geschossen kommen. «Sonst wird das eine magere Pilzausstellung am Herbstmarkt in Dietikon. Und auch das berühmte Risotto des Pilzvereins kommt schlecht ohne Steinpilze aus», so Andreoli.