Zwei Jahre lang verhandeln hat nichts gebracht. Nun zieht der Preisüberwacher andere Saiten auf: Er hat am Dienstag ein formelles Verfahren gegen die Limeco eröffnet, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung heisst. Grund: Die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Dietikon sei zu teuer. Konkret heisst dies, die Anlage weist gemäss Preisüberwacher mit 150 Franken den zweithöchsten Verbrennungstarif pro Tonne Siedlungsabfälle der Deutschschweizer KVA auf. Dabei bestehe «erhebliches Potenzial für Gebührensenkungen», heisst es weiter. Im Rahmen von zwei Verhandlungsrunden konnte man sich aber über eine Gebührensenkung nicht einigen.

«Wir haben faire Preise»

Bei der Limeco, die den Gemeinden Dietikon, Schlieren, Urdorf, Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil gehört, zeigt man sich allerdings nicht unerfreut über das eröffnete Verfahren. «Wir begrüssen ein formelles Untersuchungsverfahren, das Rechtssicherheit für die ganze Branche bringt», so Geschäftsführer Patrik Feusi. Er findet, die Preise von Limeco seien fair. «Unser austariertes Preismodell wird den konkreten Rahmenbedingungen gerecht und bringt den Trägergemeinden und den Kunden langfristig den grössten Nutzen und die geringsten Risiken.» Insbesondere wegen der geplanten neuen Anlage (die Limmattaler Zeitung berichtete) sei eine derzeitige Senkung der Preise nicht sinnvoll. Dem Preisüberwacher wirft Limeco vor, er sei auf kurzfristige Preissenkungen aus und betrachte die Kundengruppe des Kommunalkehrichts isoliert. «Wir hingegen kalkulieren die Preise mit Blick auf alle Kundengruppen und auf eine nachhaltige Entwicklung der Anlage», so Feusi.

Die Limeco erhielt bei den zweijährigen Vorabklärungen mit dem Preisüberwacher Unterstützung vom Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA). Geschäftsführer Robin Quartier schliesst sich der Meinung der Limeco an: «Dieses Verfahren klärt die Haltung des Preisüberwachers zu den Schweizer KVA.»

Für den Preisüberwacher seinerseits war die Eröffnung des Verfahrens unumgänglich, weil er der Meinung ist, dass mit der Limeco ein marktmächtiges Unternehmen überhöhte Preise verrechnet. «Gewisse Kunden wenigstens zahlen nicht verursachergerechte Preise», sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans auf Anfrage. Welche Kunden genau gemeint sind, sei Gegenstand der laufenden Untersuchung durch die Wettbewerbskommission, so Meierhans weiter. Diese werde als Nächstes eine Expertise zum Thema verfassen. Auch die Preisüberwachung verfolge Strategien, die mit einem langfristigen Gedeihen eines Unternehmens vereinbar seien, so Meierhans weiter.