Eigenheim-Wert
ZKB-Studie zeigt, wo im Limmattal die Sonnenseiten sind

Eine Studie der Zürcher Kantonalbank zeigt, wann in welchen Gemeinden die Sonne untergeht und wie dies den Wert des Eigenheims beeinflusst.

Lina Giusto
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«Das Limmattal hat sehr viele gut besonnte Wohnlagen und liegt bezüglich dem Anteil Süd/Süd-Westhang-Lagen von allen elf Regionen auf dem dritten Platz.» Zürcher Kantonalbank

«Das Limmattal hat sehr viele gut besonnte Wohnlagen und liegt bezüglich dem Anteil Süd/Süd-Westhang-Lagen von allen elf Regionen auf dem dritten Platz.» Zürcher Kantonalbank

Bundesamt für Landestopografie/ ZKB

In Schlieren passiert es um 21:21 Uhr. Auch in Dietikon und der Gemeinde Uitikon ist es um diese Uhrzeit soweit. Teile von Urdorf sowie Geroldswil und Weiningen können sie ebenfalls solange geniessen. Dafür müssen sich die Gemeinden Bergdietikon und Oberengstringen bereits vor 21 Uhr von ihr verabschieden. Die Rede ist von der Sonne, wenn sie am längsten Tag des Jahres hinter dem Horizont verschwindet. Die Zürcher Kantonalbank hat für alle Gemeinden im Kanton Zürich den Sonnenuntergang berechnet. Dies weil Abendsonne für Mieter und Eigenheimbesitzer ein quantifizierbarer Mehrwert bedeutet und entsprechend den Wert einer Liegenschaft beeinflusst.

Neben der Sonneneinstrahlung beeinflussen weitere Faktoren wie die See- oder Bergsicht, die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde, die Reisezeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis in die Stadt Zürich, die Lärmbelastung, Einkaufsmöglichkeiten oder auch Hochspannungsleitungen einen wesentlichen Einfluss auf den Wert von Immobilien.

So ergeben Berechnungen der Zürcher Kantonalbank, dass eine 20-minütige Zugentfernung von der Stadt Zürich in etwa 18 Prozent des Liegenschaftswertes ausmacht. Je mehr Berggipfel vom Balkon oder der Terrasse aus sichtbar sind, desto höher der Kaufpreis. Die Bank berechnet, dass die Sicht auf 20 Berggipfel rund 90 000 Franken entspricht. Zudem kosten 50 000 Kubikmeter mehr Gebäudevolumen umgerechnet 70 000 Franken.

Vorteilhafte Wohngegend

Wer also auf der Sonnenseite leben möchte, muss bereit sein für das Eigenheim etwas mehr hinzublättern. So kostet in der Gemeinde Uitikon der Quadratmeter für eine durchschnittliche 4-Zimmer-Etagenwohnung zwischen 11 000 und 15 200 Franken. In Ober- und Unterengstringen sowie Oetwil oder in Birmensdorf kostet der Quadratmeter einer vergleichbaren 4-Zimmer-Wohnung zwischen 9000 und 11 000 Franken.

Die Talsohle im Limmattal bilden die Städte Dietikon und Schlieren mit Quadratmeterpreisen zwischen 7700 und 9000 Franken. Das Mittelfeld decken Teile von Geroldswil sowie Urdorf mit einem Quadratmeterpreis zwischen 8300 und 8900 Franken ab. Generell eruiert die Zürcher Kantonalbank in ihrer Studie, dass sich grössere Hügel und Berge im Westen eines Standortes nachteilig auf die Anzahl Sonnenstunden und damit wertvermindernd auf den Eigenheimwert auswirken.

Wie die Zürcher Kantonalbank auf Anfrage mitteilt, gehört das Limmattal zu den vorteilhaftesten Wohnregionen im Kanton Zürich: «Das Limmattal hat sehr viele gut besonnte Wohnlagen und liegt bezüglich dem Anteil Süd/Süd-Westhang-Lagen von allen elf Regionen auf dem dritten Platz.» Die Goldmedaille holt sich in diesem Fall die Wohnregion Pfannenstiel, dicht gefolgt vom Knonaueramt.

Vom Balkon in die Berge sehen

So profitieren jene Gemeinden, wie beispielsweise Birmensdorf, die auf der Westseite des Albisberges liegen von langer Abendsonne. Die Gemeinden im Sihltal und die Zürcher Stadtquartiere dagegen liegen deutlich früher im Schatten des Üetlibergs. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied in den Wintermonaten. Während Gemeinden auf dem Hang bis 16:30 Uhr in der Sonne liegen, verschwindet das Stadtgebiet bereits gegen drei Uhr Nachmittag im Schatten.

Die Gemeinden an der Goldküste am Zürichsee liegen mit der südwestlichen Hanglage vorteilhaft. Jedoch ist die Gemeinde mit den längsten Sonnenstunden – im Sommer, wie im Winter – nicht in der luxuriösen Wohngegend im Kanton Zürich zu finden. Es handelt sich dabei um das 850-Seelen-Dörfchen Benken im Zürcher Weinland.