Es gab sie, die echten Aufsteller für die Verantwortlichen der grossen Zügelaktion, die diese Woche im Alterszentrum Weihermatt läuft. Am Mittwochabend waren 41 Leute, gut die Hälfte, von den gemieteten Alterswohnungen unterhalb des Altersheims hinauf gezügelt. Die übrigen 33 gegenwärtigen Bewohner wurden am Donnerstag und heute Freitag umplatziert.

Betreut wurden sie nicht nur von rund 20 Zivilschützern und acht Samaritern, empfangen wurden sie auch von wohltuenden Klängen, als einer der Zivilschützer sich als fast professioneller Klavierspieler entpuppte und mehrmals eine Stunde spielte. Für das mitzügelnde Personal gabs Früchtekörbe, die Pensionäre erhielten als Willkommensgeschenk Süssigkeiten.

Der Aufsteller für Gesamtleiter Alfred Sigrist und die externe Umzugsverantwortliche Brigitte Huber waren die Reaktionen der Bewohner, die das für 29 Millionen Franken umgebaute und komplett sanierte Heim eben erst bezogen hatten. Schön sei es geworden, man fühle sich wieder wie zu Hause, und Ähnliches durften die beiden hören.

Dienste doppelt geführt

Schwierig beim Umzug war, dass der Betrieb teilweise an beiden Orten aufrechterhalten werden musste. Nachtwache, Pflege und auch der Hausdienst wurden also doppelt geführt. Das war sehr personalintensiv. Aus Sicherheitsgründen führte man zudem Zutrittskontrollen sowohl in den Alterswohnungen wie im Alterszentrum ein, wie die Leiterin Hotellerie Heidi Eichenberger erklärte. Dass die beiden Gebäude Azur-Alterswohnungen und Alterszentrum neu durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden sind, machte die Angelegenheit indes einfacher.

Lobende Worte fand Sigrist zum einen für alle am Umzug beteiligten Personen. Beim Umzug wurden die Pensionäre von Begleitpersonen eins zu eins betreut und mit der neuen Umgebung vertraut gemacht.
Sicher gab es technische Pannen, etwa, als die Heizung ausgestiegen war, oder als die Schwesternrufanlage noch nicht in Betrieb war. Der letzte Schliff am Haus fehlt noch, hier und dort hängen noch einsame Kabel aus den Wänden oder warten Löcher darauf, verputzt zu werden.

Viel Licht und Wärme

Alles in allem strahlt das Weihermatt viel Licht und Wärme aus. Der Umbau scheint sich bereits auf den ersten Blick gelohnt zu haben. Neu werden auf zwei Etagen je zwei Wohngruppen geführt, während auf der Eingangsetage die erste der beiden Demenzabteilungen untergebracht ist. Die zweite dieser geschützten Wohngruppen wird nach dem Tag der offenen Tür im Juni 2013 eröffnet. «Wir wollten die Gruppen familiärer gestalten, kleinere Einheiten bilden und sie dadurch besser und gezielter betreuen können», blickt Gesamtleiter Sigrist voraus. Für die Angestellten sei es positiv, aus den beengten Verhältnissen des Provisoriums herauszukommen und in der guten Atmosphäre des umgebauten Hauses arbeiten zu können, denkt Brigitte Huber.

91 Plätze zur Verfügung

Bis heute Abend soll die Zügelaktion beendet sein, wenigstens was die Bewohner betrifft. Nächste Woche werden die restlichen Teile des Betriebs gezügelt. «Am 20. Dezember sind wir ganz fertig», fügt Brigitte Huber an. Damit wird sich auch die Hoffnung von Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner erfüllen, die gemeinsam mit allen Beteiligten darauf hinarbeitete, Weihnachten im «neuen» Weihermatt zu feiern.

Das Heim, in dem für den Vollbetrieb zukünftig 80 Vollzeitstellen vorgesehen sind, verfügt nun über 91 Plätze, darunter 72 in der Pflege- und 19 in der Demenzabteilung.

Mehr über das Alterszentrum Weihermatt erfährt man über die neue Homepage: www.az-weihermatt.ch