Noch vor kurzem, als Wohlen mit seiner Europaauswahl die Nationalliga A dominierte, wäre so etwas undenkbar gewesen. Doch die reglementarischen Anpassungen und eine Portion Glück sorgen dafür, dass Schlieren diese Premiere durchaus gelingen kann. Selbst wenn Ligakonkurrent Pilatus Kriens mit derselben Idee im Vorjahr magistral scheiterte.

Konkursmasse als Glücksfall

Glück insofern, als dass der langjährige NLA-Verein Sihltal Adliswil sich den Spielbetrieb in der höchsten Liga nicht mehr leisten kann und das Team rund um den einzigen Schweizer Weltklasse-Squasher Nicolas Müller in diesem Sommer aufgelöst hat. Müller und sein bisheriger Klubkollege Marco Dätwyler wechseln zu Vitis. Zusammen mit Williams, der seit 2005 für die Schweiz antritt, und dem grossen Talent Manuel Wanner bilden die Neuzuzüge das Team. Weil Müller in der Qualifikation wegen seiner internationalen Turnierteilnahmen mehr als einmal fehlen wird, kommt auch der Franzose Julien Balbo erneut für Schlieren zum Einsatz.

«In den Playoffs wird er aber nicht spielen», sagt John Williams. Einerseits, weil Schlieren in der letzten Saison den Final mit Balbo gegen Vaduz verloren hat. Andererseits, weil der Franzose in der Quali kaum auf die für einen Ausländer erforderlichen neun Einsätze kommen wird. Diese Massnahme wurde zusammen mit einer Beschränkung auf zwei Ausländer pro Team quasi als «Lex Wohlen» vor einem Jahr für den Interclub eingeführt. «Eine sinnvolle Änderung» mein Nationaltrainer Williams. Ein Schweizer Spieler wie Müller hingegen muss nur vier Partien gespielt haben, um in den Playoffs spielberechtigt zu sein. Derzeit spielt der Zürcher in Asien, wo er gestern erst im Halbfinal des Turniers von Malaysia ausgeschieden ist.

Beim Saisonstart am 18. Oktober ist der 22-Jährige an einem Turnier in den USA engagiert. Sein erstes Spiel für Schlieren macht Müller am 25. Oktober gegen Titelverteidiger Vaduz. Erstmals im Vitis-Center zu sehen ist die aktuelle Weltnummer 20 in der Runde vom 8. November.

Beförderung zum Vierzigsten

John Williams selber feiert am 7.Oktober seinen 40. Geburtstag. Er wünscht sich natürlich den zweiten Titel mit Vitis Schlieren. Den ersten gab es in seiner allerersten Saison im Limmattal 2006/07. Zum Geburtstag steht auf jeden Fall eine Beförderung an. Nachdem er vor einem Jahr in den Playoffs in der Position als Nummer 3 antrat, wird er nun hinter Müller an zweiter Stelle spielen. Auch dies soll ein taktischer Zug sein, der Vitis Schlieren letztlich zum Schweizer-Meister-Titel der Schweizer verhilft. Und damit könnte sich Williams auch noch einen alten Traum erfüllen: Die Teilnahme an den Europameisterschaften der Klubteams im nächsten Jahr.