Geroldswil
Zentrumsplanung: Coop hat Umzug auf Kiesplatz im Visier

Der Grossverteiler unterzeichnete einen Vormietvertrag für die geplante Überbauung. Auch die Zukunft des Dorfplatzes stand im Fokus des ersten Treffens der Begleitkommission zur Zentrumsplanung.

Sandro Zimmerli
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Bis 2015 soll ein Projekt für eine Kiesplatz-Überbauung vorliegen.

Bis 2015 soll ein Projekt für eine Kiesplatz-Überbauung vorliegen.

fni

Der Wohnungsmix im Zentrum, die Lage und Mietpreise von Alterswohnungen oder das Verkehrsregime sind Themen, die den Geroldswilern unter den Nägeln brennen. So verwunderte es nicht, dass das Interesse an der Begleitkommission zur Zentrumsplanung derart gross ist. Über 40 Personen haben sich auf den Aufruf des Gemeinderates gemeldet und sich am Mittwochabend zum ersten Mal getroffen. Dabei konnten die Kommissionsmitglieder ihre Bedürfnisse für das Zentrum der Zukunft vorbringen. Ein weiteres Ziel des Treffens war es, alle auf den aktuellen Stand der Planungen zu bringen.

Dieses Vorhaben nahm nicht ohne Grund einen grossen Teil des Anlasses in Anspruch. Denn seit das Projekt zur Zentrumsplanung anlässlich der Gemeindeversammlung vom Juni 2013 letztmals öffentlich vorgestellt wurde, hat sich einiges getan. So wurden bei den geplanten und oft kritisierten Bushaltestellen an der Gemeindehausstrasse und an der Limmattalstrasse östlich des vom Kanton angedachten Kreisels Änderungen vorgenommen. «An beiden Orten sind neu keine Fahrbahnhaltestellen mehr vorgesehen. Dadurch entstehen für die Autofahrer keine Wartezeiten hinter den haltenden Bussen», erklärte Hochbauvorstand Willy Oswald.

Grossverteiler sind Magnete

Die zweite wichtige Änderung betrifft die geplante Überbauung auf dem Kiesplatz. Dort soll ein Gebäude mit Alters- und Familienwohnungen entstehen. Im Erdgeschoss ist ein Ladenlokal für einen Grossverteiler geplant. Ende Dezember ist es dem Gemeinderat gelungen, einen Vormietvertrag mit Coop für dieses Ladengeschoss abzuschliessen. «Wir haben erfahren, dass der heutige Standort auf dem Zentrumsplatz den Ansprüchen von Coop langfristig nicht mehr genügt. Deshalb haben wir Verhandlungen aufgenommen», so Oswald.

Nicht nur der Gemeinderat, auch die Planer von der Planpartner AG, die das Projekt begleiten, sprechen im beim Vormietvertrag von einem Glücksfall für Geroldswil. «Heute wird bei solchen Projekten immer mit Coop oder Migros geplant. Sie haben eine Magnetwirkung auf andere Läden», sagte Urs Meier von der Planpartner AG. Es wurde nochmals bekräftigt, dass an der Huebwiesenstrasse eine Einkaufs- und Ladenpassage, gepaart mit einem attraktiven Dienstleistungsangebot, entstehen soll. Auf dem Dorfplatz sollen künftig Betriebe angesiedelt sein, die gezielt aufgesucht werden, wie etwa Ärzte.

Nicht nur wegen dieser Pläne ist der Dorfplatz mittlerweile auch in den Fokus der Zentrumsplanung gerückt. «Die Absicht von Coop, das Ladenlokal am Dorfplatz zu verlassen, hat uns dazu veranlasst, unsere eigenen Liegenschaften zu überprüfen», sagte Oswald. Der Gemeinderat hat zwei Studien zur Zukunft des Hotels in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse sind erst seit kurzem bekannt.

Veraltete Infrastruktur im Hotel

Einerseits wollte der Gemeinderat Auskunft über Chancen und Risiken für Geroldswil als Hotelstandort und den damit verbundenen Investitionsbedarf erhalten. Andererseits interessierte ihn das Nutzungspotenzial. «Das Hotel ist zwar fest in der Region verankert, steht aber unter grossem Konkurrenzdruck und verfügt über eine veraltete Infrastruktur», fasste Stephan Schubert von der Planpartner AG die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Wolle man das Hotel weiterführen, würde das Investitionen von sieben bis zehn Millionen Franken bedeuten.

Ähnlich teuer wäre es, das Hotel umzunutzen und Wohnungen einzurichten. «Die Ergebnisse zeigen, dass es möglich wäre, Alterswohnungen im Hotel zu realisieren», so Schubert. Um einen idealen Wohnungsmix zu erreichen, werde ein Ergänzungsbau empfohlen. Dies würde weitere rund zehn Millionen Franken kosten. Das Erdgeschoss des Hotelkomplexes soll weiterhin durch ein Restaurant, Säle und allenfalls die Bibliothek oder Gewerbe genutzt werden.

Durch die Erweiterung des Planungshorizonts hat der Gemeinderat der Begleitkommission eine Vielfalt an Themen geliefert, die in den nächsten Wochen und Monaten in fünf bis acht Workshops behandelt werden sollen. Ziel ist es, dass die Kommission zuhanden des Gemeinderates einen Schlussbericht mit Empfehlungen verabschiedet, damit der Studienauftrag mit Ausschreibung eines Architekturwettbewerbes nach den Sommerferien gestartet werden kann. Bis Mitte 2015 soll ein Projektvorschlag für eine attraktive Überbauung auf dem Kiesplatz auf dem Tisch liegen.