Geroldswil
Zentrumsliegenschaft: Der Gemeinderat will jetzt auch das ZKB-Lokal übernehmen

Die Geroldswiler Stimmbürger müssen entscheiden, ob ihr die ZKB-Flächen im Dorfzentrum 650'000 Franken wert sind. Einen neuen Mieter gibt es dafür noch nicht.

David Egger
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Die Gemeinde Geroldswil will die Entwicklung des Dorfzentrums selber in die Hand nehmen. Noch stärker als bisher. Statt 95,9 Prozent sollen ihr künftig 100 Prozent des Lands und der Fläche der Liegenschaft Huebwiesenstrasse 36 gehören. In der Liegenschaft befinden sich unter anderem das Hallenbad, das Hotel Geroldswil und eine Filiale der Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Ende 2015 ihre Türen für immer geschlossen hatte.

Nun sind sich die Kantonalbank und die Gemeinde über einen Kaufvertrag einig geworden. 650'000 Franken soll die Gemeinde zahlen, um die ZKB als Stockwerkeigentümerin abzulösen. Ziemlich genau ein Jahr habe die Verhandlung bis zur Vertragsunterzeichnung gedauert, sagt Beat Meier, Gemeindeschreiber von Geroldswil, auf Anfrage. Gut ein Jahr und zwei Monate ist es her, seit die ZKB mitteilte, sie werde die Filiale in Geroldswil schliessen.

Kauf belastet Budget 2017

Das letzte Wort zum Kaufvertrag hat in drei Monaten das Volk: Die Gemeindeversammlung stimmt am 5. Dezember über den Kaufvertrag ab. Die Ausgabe von 650'000 Franken würde dann in das Budget 2017 aufgenommen.

Für die Gemeinde ist klar, dass sie die ZKB-Flächen kaufen muss: «Die zentral gelegenen Flächen sind für die Gemeinde strategisch bedeutend und sollen deshalb gesichert werden», heisst es in der öffentlichen Bekanntmachung, welche die Gemeinde jüngst auf ihrer Website aufgeschaltet hat.

Noch recht unklar ist allerdings die Zukunft der Flächen, die seit der Fertigstellung des Dorfzentrums im Jahr 1972 durch die Kantonalbank genutzt wurden. Der Gemeinde schwebt vor, einen «Betrieb mit publikumsnaher Nutzung» anzusiedeln. Reine Büros oder andere Nutzungen ohne Kundenkontakt sind also eher unwahrscheinlich.

Angesichts des Hotels Geroldswil, das sich gleich darüber befindet, ist auch nicht zu erwarten, dass ein Gastronomie-Betrieb einzieht, wie Beat Meier bestätigt. «Dies dürfte aufgrund der räumlichen und örtlichen Gegebenheiten unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen sein», so Meier. Momentan treffe die Gemeinde noch Abklärungen und führe erste Gespräche mit möglichen Mietern. «Die Vermietungsaktivitäten werden nun intensiviert», so Meier.

Weiter bestätigt der Gemeindeschreiber, dass die ZKB-Flächen in ihrem heutigen Zustand nicht weitervermietet werden können. «Die neuen Flächen sind für eine Bankfiliale konzipiert und eingerichtet. Ein Um- oder Mieterausbau ist unausweichlich. Je nach Mieterschaft sind auch vereinzelte Instandstellungsarbeiten vorzunehmen», so Meier.