Fünf Millionen Franken: So viel gibt Oberengstringen alljährlich für Soziales aus. Die Gemeinde ist nicht stolz darauf. Sie will Gegensteuer geben, indem sie die bauliche Entwicklung stärker forciert. Das Instrument dazu ist die Bau- und Zonenordnung (BZO), deren Revision in den letzten Jahren vorbereitet wurde. Zwar ging man in ersten Prognosen noch davon aus, dass sie 2016 fertig ist. Aber alles ist auf gutem Weg: Nun steht fest, dass die Suisseplan Ingenieure AG mit Standort in Zürich den Auftrag für die BZO-Revision gewonnen hat. Sie hat sich gegen drei andere Mitbewerber durchgesetzt. Am 28. September hält die Gemeinde die erste Sitzung für die konkrete BZO-Revision ab.

Hochhäuser: nicht erwünscht

Wer an den Sitzungen das Sagen haben soll, machte gestern Abend Liegenschaftenvorstand Jean Fritz Weber klar. An der Immobilien-Veranstaltung der Gemeinde sagte er: «Die Gemeinde muss die Leaderfunktion übernehmen.»

Man wolle zwar qualitativ nach innen verdichten, aber nicht bei der Hochhaus-Euphorie mitmachen, so Weber weiter. Die Ansprüche an das neue Reglement sind hoch. Gemäss aktuellem Stand soll es 2018 der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Schon in einem Jahr soll die Gemeindeversammlung über das Projekt Zentrumskreuzung abstimmen können. Ein Kredit von gut einer Million Franken wird nötig, wie Gemeindepräsident André Bender sagt. Zwar handelt es sich um eine Kantonsstrasse, aber die Gemeinde hat Zusatzwünsche wie zum Beispiel einen Mittelstreifen, den sie selber finanzieren muss. Von drei erarbeiteten Projekten hat sich der Gemeinderat für das mittlere entschieden, das der Gemeindeversammlung vorgelegt werden soll. Ob mit oder ohne Extrawünsche von der Gemeinde sieht der Kanton derzeit vor, mit der Sanierung von Zürcherstrasse und Zentrumskreuzung 2019 zu beginnen. Doch diverse Verzögerungen sind möglich, wie sich zum Beispiel beim Kreuzungsprojekt beim Geroldswiler Zentrum zeigt.

Ausbau der Migros ist ein Thema

Neben der Gemeinde Oberengstringen soll sich auch die Ankermieterin Migros zum Dorfzentrum bekennen: Jean-Fritz Weber hofft auf einen Ausbau der Migros um 50 Prozent in den nächsten Jahren.

Nach aussen schlägt die Gemeinde neue Töne an: Als zahlendes Mitglied und grösste Gemeinde rechts der Limmat soll Oberengstringen im Vorstand der Standortförderung Limmattal vertreten sein – das hat die Gemeinde sinngemäss der Standortförderung mitgeteilt. Nun ist Jean Fritz Weber als Beisitzer dabei. An der nächsten Generalversammlung der Standortförderung im Frühling 2017 in Weiningen soll er dann offiziell in den Vorstand gewählt werden.