Bernhard Grossmann aus Aesch ist beim Gehen auf Stöcke angewiesen und kann seit Jahren nicht mehr Auto fahren. Da er mit seiner Frau oft nach Birmensdorf einkaufen oder ab und zu am Feierabend ins Zentrum Freihof geht, wäre er auf Behindertenparkplätze im Dorfzentrum angewiesen. Die Durchgangsstrasse sei, wie er in einer Beanstandung an die Gemeindeverwaltung schreibt, «vor einiger Zeit neu und schön gestaltet worden.»

Was die «sogenannten Planer» der Gemeinde laut Grossmann dabei allerdings vergessen hatten, «sind diverse markierte Behindertenparkplätze im Zentrum», wie er schreibt. «Ganz toll» sei diese «Diskriminierung von uns Behinderten.»

«Schweigen im Wald»

«Wollen Sie diese Gedankenlosigkeit rasch korrigieren», schreibt Grossmann weiter in seinem Brief. Bisher habe er jedoch noch keine Antwort erhalten, sagt er auf Anfrage. Weder von der Gemeinde, noch von der Kantonspolizei, die ebenfalls eine Kopie der Beanstandung erhalten habe. «Es ist wie das Schweigen im Wald», sagt Grossmann.

Brief scheint untergegangen

Dem Birmensdorfer Sicherheitsvorstand Reto Derungs ist die Beanstandung allerdings nicht präsent und er kann auch nicht sagen, wo und wann der Brief untergegangen ist. «Wie es scheint, hat man bei der Neugestaltung nicht an die speziell markierten Parkplätze für Behinderte gedacht», sagt Derungs. Für ihn wären behindertengerechte Parkplätze aber sehr wünschenswert. «Bestimmt würden auch die Geschäfte im Zentrum solche Parkplätze begrüssen.»

Für den Gemeinderat stellen sich vor einer Realisierung allerdings mehrere Fragen. Erstens müsste geklärt werden, welche bauliche Massnahmen nötig wären, um einen regulären Parkplatz behindertengerecht zu gestalten, so Derungs. Des Weiteren wäre auch die Frage nach der Platzierung sorgfältig abzuklären, damit auch alle potenziellen Benützer solcher Parkfelder zufrieden wären. Als Polizeivorsteher müsse er sich aber auch darüber Gedanken machen, wie die besonderen Parkfelder freizuhalten wären. «Beim Verkehrswildwuchs, den wir im Zentrum haben, wäre das wohl nur mit Bussen möglich», fügt er an.

Abklärung mit Bauabteilung

Grundsätzlich aber betreffe die Angelegenheit vorwiegend die Bauabteilung, hält Derungs fest. Ob diese Grossmanns Brief erhalten habe, respektive warum dieser bisher keine Antwort erhalten habe, könne er jedoch auch nicht sagen.

Derungs wird nun aber mit der Bauabteilung zusammen prüfen, ob und wie solche Behindertenparkplätze realisiert werden könnten. Besonders wichtig sei dabei die Frage nach den geeigneten Standorten. «Dafür werden wir uns zu gegebener Zeit bei Herrn Grossmann melden, um auch seine Vorschläge mit einzubeziehen», sagt der Gemeinderat.

Grossmann würde sich mindestens zwei entsprechend markierte Parkplätze wünschen. «Einer wäre zum Beispiel vor der Bank sehr hilfreich und einen weiteren könnte man etwa 50 bis 100 Meter weiter unten vor der Drogerie platzieren.» Er warte weiterhin darauf, von der Gemeinde kontaktiert zu werden.