Die Allmend hinter der Dietiker Stadthalle besteht bald nicht mehr nur aus grünem Rasen. Auf einer 50 auf 50 Meter grossen Fläche entsteht dort ein vielfältiges Gartenparadies nur mit einheimischen Pflanzen. Diese Gartenausstellung auf der Allmend läuft unter dem Titel «(G)Artenvielfalt». Sie soll am 10. Mai 2019 eröffnet werden und bis November 2020 dauern. In den kommenden Wochen finden erste Vorarbeiten statt. Ab Februar werden dann die eigentlichen Gärten erstellt.

Für die Ausstellung spannen der Gärtnermeisterverband des Kantons Zürich, das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sowie die Stadt Dietikon zusammen. Vertreter dieser drei Institutionen haben gestern zusammen einen Hartriegel gepflanzt, eine heimische Heckenpflanze.

Gärtnermeister als Vorbilder

Ein symbolischer Akt zum Start des Projekts also. Dieses suche seinesgleichen, sagte Daniel Spalinger, der Präsident des Gärtnermeisterverbands. «Wir wollen zeigen, wie artenreich und spannend einheimische Pflanzen sind und wie man auch ohne Fauna aus fernen Ländern grossartige Gärten gestalten kann», erklärte Spalinger. Der Gärtnermeisterverband sei sich seiner Vorbildfunktion bewusst. «Wenn wir in der Werbung für unseren Beruf behaupten, dass Gärtnerinnen und Gärtner unseren Lebensraum schützen und gestalten, dann ist das nicht nur eine Phrase.» Gebietsfremde, invasive Pflanzen (sogenannte Neophyten) gehörten nicht in einen Garten. Auch dies wolle man mit der Ausstellung vermitteln, so Spalinger.

Die Bekämpfung der Neophyten im öffentlichen Raum verlaufe planmässig, hielt Daniel Fischer, Sektionsleiter Biosicherheit beim Awel, fest. In Privatgärten sei man aber auf die freiwillige Mitarbeit der Grundstückbesitzer angewiesen. «Umfragen haben gezeigt, dass sehr viele bereit sind, ihre Problempflanzen zu entfernen, sobald sie erfahren haben, welche Schäden diese in der Umwelt anrichten können», sagte Fischer.

Nicht nur Gartenbesitzer sollen dazulernen. «Schon im Frühling werden Schulklassen das Gelände erobern und forschend lernen, was invasive Neophyten sind und warum sie so gefährlich sein können», sagte Spalinger. Die Ausstellung werde aber auch als Eventlocation dienen und als neues Dietiker Ausflugsziel. Auch an die Berufsbildung denken die Verantwortlichen. Lehrlinge werden viele der Gartenarbeiten ausführen.

Limmattaler Gartenbauunternehmen machen mit

Die Ausstellung ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die jeweils durch eine oder mehrere Gartenfirmen gestaltet werden, darunter A. Ungricht Söhne Gartenbau aus Dietikon, Graf Gartenbau aus Schlieren und das Gartencenter Hoffmann aus Unterengstringen.

Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) freut sich schon auf die neue Attraktion bei der Stadthalle. Er verwies zudem darauf, dass Dietikon ein passender Ort für den Schaugarten sei. Mit ihrer Lage im Talkessel, direkt an der SBB-Linie, den Autobahnen und mit den verschiedenen Fliessgewässern sei die Stadt prädestiniert für die Ausbreitung invasiver Pflanzen. Dieser schaut die Stadt aber nicht tatenlos zu. Schon seit Jahren ergreift sie verschiedene Massnahmen.

Zum Schluss noch die Entwarnung: Auf der Allmend kann weiterhin auch Fussball gespielt werden. Die 2500 Quadratmeter für die Ausstellung machen nur einen Teil der Allmend-Fläche aus.