Das Berufsbildungszentrum Dietikon (BZD) steht eigentlich im Brennpunkt als Berufsfachschule für verschiedenste Berufe sowie für Weiterbildung als höhere Fachschule und für ein Nachdiplomstudium. Allerdings bietet das BZD auch Kurse an, bei denen die Kreativität im Vordergrund steht. Bis 23. Februar stellen neun Kursteilnehmer in der Stadtbibliothek Dietikon ihre Bilder aus, die am BZD den Zeichen-Kurs besucht haben. Nebst Landschaftsbildern werden unter anderem auch Zeichnungen von Tieren, über Jahreszeiten oder auch von Genussmitteln gezeigt.

«Wir freuen uns sehr, dass die Kursteilnehmer des BZD ihre Arbeiten so prominent präsentieren dürfen», erklärte Rektor René Wittenbach. «In der Faszination und in der Symptomatik finden Leute zusammen, in der sie die Kunst weiterentwickeln können.» Dieser Kurs stelle innerhalb des BZD-Angebots zwar eine gewisse Exotik dar, verdiene aber dennoch grossen Respekt, so Wittenbach weiter in seiner kurzen Ansprache. Auch der Prorektor und Abteilungsleiter für die Weiterbildung, Jörg Marquardt, lobte die Ausstellung: «Malen hat mit Freude zu tun und jeder Künstler identifiziert sich damit.» Schon Franziskus von Assisi meinte einst: «Nur da wo das Geheimnis ist, sehnt man sich.»

Hilfe bei der Realisation

Grosse Unterstützung haben alle Kursteilnehmer – der Jüngste von ihnen geht erst in die 5. Klasse der Primarschule – von Kursleiter Peter Wirz erhalten. «Zeichnen kann man schnell lernen, doch nur die Erfahrung bringt sichtbare Erfolge», erklärt Wirz. Denn zum Zeichnen brauche es beide Hirnhälften. Die linke für die Logik, für die Regeln des Objekts und die rechte Hälfte für deren Realisierung, die durch das Unterbewusstsein gesteuert werde, so Wirz weiter.

Die ausgestellten Bilder in der Stadtbibliothek Dietikon sind eine wertvolle Gemeinschaft. Sie verkörpern Stimmung, Emotionen und Eigenleistung. «Ich kann beim Zeichnen alles um mich herum vergessen und den Gefühlen, Ideen und dem Verstand freien Lauf lassen», sagt Kursteilnehmer Herbert Keusch. Keusch, seit zehn Jahren pensioniert, hat viele Zeichnungskurse am BZD belegt und kann heute mit Formen und Farben Ausdruck vermitteln. «Ich habe beim Zeichnen eine Genugtuung gefunden», so Keusch weiter.

Zeichnen zum Abschalten und dabei auf andere Gedanken kommen ist für Hanni Strebel ebenso eine Herausforderung. «Gedanklich bin ich mit dem Bild vor Ort und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen», sagt Strebel. Für die Stadtbibliothek Dietikon ist diese Ausstellung sehr wertvoll, wie Agnes Matt, Leiterin der Bibliothek, bestätigt: «Es sind schöne Bilder, die in ihrer Vielfalt einzigartig sind und vielleicht neue Kunden animieren».