Dietikon
Zeichen gegen Diskriminierung: Diamá lässt die Engel singen

Die Dietiker Sängerin Diamá will mit ihrem neuen Musikvideo «Calling all Angels» ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen.

Daniel Diriwächter
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Diamá fand mit früheren Songs weit über die Landesgrenze hinaus Beachtung.

Diamá fand mit früheren Songs weit über die Landesgrenze hinaus Beachtung.

Zwei Jahre ist es her, seit Claudia D’Addio unter dem Künstlernamen Diamá ihr Debüt-Album «We’re not done» veröffentlichte. Mit den dazugehörigen Singles wie «La Mossa» oder «Would you be mine?» fand sie weit über die Landesgrenze hinaus Beachtung. Die Dietikerin, die durch ihre Teilnahme bei «MusicStar» und beim «Eurovision Song Contest» bekannt wurde, legte immer besonderen Wert auf die visuelle Promotion ihrer Songs. So drehte sie etwa einen Clip im Bruno-Weber-Park, in welchem sie eine Art Punk-Übersetzung des «Letzten Abendmahls Christi» zeigte. Nun legt Diamá mit dem neuen Musikvideo zum Lied «Calling all Angels» nach.

Geplant war die Veröffentlichung des Songs, der bereits auf dem Debüt enthalten ist, schon früher, doch die Natur hatte andere Pläne: In der Zwischenzeit wurde D’Addio stolze Mama. «Es war rückblickend gesehen der richtige Moment, denn die Musik bestimmte bis dahin mein Leben», sagt die Sängerin. Es war für sie an der Zeit, Kraft zu tanken und in die Rolle der Mutter hineinzuwachsen. Dennoch liess die Musik sie nicht los, weswegen sie nun erneut Vollgas gibt.

Auch wenn die Single «Calling all Angels», die vom Berner-Trio BlueSynthax produziert wurde und die D’Addio zusammen mit der Zürcher Dragqueen Jazzmin Dian Moore aufgenommen hat, schon etwas älter ist, sind die Sängerin und ihr Team noch immer Feuer und Flamme für den Song. «Leidenschaft bleibt Leidenschaft und der Song hat eine wichtige Botschaft, die aktueller denn je ist.»

Die Botschaft

«Calling all Angels» ist ein ambitionierter Popsong, der all jenen gewidmet ist, die von der Gesellschaft aus diversen Gründen diskriminiert werden. Geschrieben wurde er von Diamá zusammen mit dem Liedtexter und Künstlerberater Jiameé. «Es sind Themen, die ich selbst oder in meinem Umfeld erlebe.» Die Rede ist von Rassismus, Body-Shaming, Homophobie, Gewalt gegen Frauen und Cyber-Mobbing. Die Dietikerin wollte diese Themen auch im Video darstellen. «Am Ende geht es darin nicht um mich, sondern um Menschen, die mit diesen Problemen konfrontiert werden.» Gedreht wurde der Clip in einem älteren Zürcher Haus, das ein markantes 50er-Jahre-Ambiente verströmt. «Zur Botschaft des Songs wählte ich diesen Stil, weil er mich schon immer faszinierte», sagt die Künstlerin. Also sieht man sie im edlen Glamour-Look, welche Jazzmin Dian Moore, nicht minder glamourös, den Auftrag erteilt, jene Menschen zu finden, die ganz besonders leiden. «Jazzmin ist der Engel, der den Menschen zu verstehen gibt, dass sie perfekt sind, wie sie eben sind.»

Premiere des Clips

Jazzmin Dian Moore spielte nicht nur im Video eine tragende Rolle, sondern war auch massgeblich an der Produktion beteiligt. So schrieb sie etwa das Videokonzept oder wählte die Location aus. Regie führte der junge Zürcher Regisseur Julian Quentin, der eine Equipe von rund 20 Personen führte. «Sie alle haben dazu beigetragen, dass ‹Calling all Angels› veröffentlicht werden kann», sagt Diamá.

Gestern fand die Premiere im Heaven-Club in Zürich statt, zu der viele Gäste eingeladen wurden. «Ich freue mich auf all die Begegnungen», so Diamá im Vorfeld, die nicht nur das Musikvideo präsentierte, sondern auch gemeinsam mit Jazzmin Dian Moore Interviews führte, welche die Themen im Musikvideo behandeln. Ab Samstag ist der Clip auf YouTube zu sehen.