Uitikon
Zehn neue Bänkli laden zum Ausruhen ein

In Uitikon konnten dank Initianten und Grundeigentümern erstmals Einwohnerprojekte realisiert werden.

Aline Ilk
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Bänkli Uitikon
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Eine der zehn neuen Ruhebänke, welche die Gemeinde Uitikon im Ortsteil Ringlikon aufgestellt hat. Alle Plätze sind gut erreichbar und bieten oft eine schöne Aussicht.
Die neuen Sitzgelegenheiten stossen bei den Bewohnern auf grosse Begeisterung. Auf jedem der zehn Bänke ist zudem ein Schild mit dem Schriftzug «Üdiker Bänkli 2016» sowie einer Danksagung montiert.
Die neuen Sitzgelegenheiten stossen bei den Bewohnern auf grosse Begeisterung. Auf jedem der zehn Bänke ist zudem ein Schild mit dem Schriftzug «Üdiker Bänkli 2016» sowie einer Danksagung montiert.

Bänkli Uitikon

Aline Ilk

Bei einem langen Spaziergang erholt man sich gerne ein paar Minuten auf einer Sitzbank. Stimmt dann auch noch die Aussicht, ist die kleine Pause perfekt. Vor allem für Senioren ist es mühsam, wenn sich keine Sitzgelegenheiten anbieten – dieses Problem ist in Uitikon jetzt passé.

Die Gemeinde hat im Ortsteil Ringlikon zehn neue Ruhebänke aufgestellt. Im letzten Herbst wurde in einer Gemeindeversammlung beschlossen, die Lebensqualität in Uitikon zu steigern. Dazu entschied sich die Gemeinde, Vorschläge der Bewohner von Uitikon in Einwohnerprojekte umzusetzen. Einerseits entstand das Projekt «Gipfeltreffen», bei welchem demenzkranken Personen Hilfe angeboten wird. Jeweils einmal in der Woche fördern Therapeuten ihr Gedächtnis durch Gespräche, Spiele und kreative Arbeiten.

Andererseits wurde das Projekt «Ruhebänke» umgesetzt. Die Idee stammt von Valentin Heuss. Er zog erst neulich nach Uitikon und hatte die Idee, Ruhebänke aufzustellen. Laut Heuss gab es zu wenig Sitzgelegenheiten, vor allem für Senioren, die vielleicht an einem Stock gehen und einige Pausen mehr einlegen müssen. So hätten nun auch die älteren Menschen die Möglichkeit, an der frischen Luft spazieren zu gehen.

Freiwillige Hilfe

«Es ist das erste Mal, dass wir solche Einwohnerprojekte durchführen», sagt Markus Stäheli, Tiefbauvorstand der Gemeinde Uitikon. «Und ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden.» Geplant hat das ganze Projekt Landschaftsarchitektin Jacqueline Noa. Sie wohnt in Uitikon und hat ein Büro in Zürich. «Uitikon ist eine kleine, persönliche und sympathische Gemeinde mit viel Natur, aber auch gut funktionierender Infrastruktur», sagt sie. «Ich finde es toll, dass solche Einwohnerprojekte ermöglicht werden.» Die Gemeinde habe jemanden gesucht, der sie bei der Umsetzung des Projektes unterstützt. «Für mich ist es selbstverständlich, sich für das Dorf einzusetzen», sagt Noa. «Das war für mich ein ehrenamtliches Projekt.» In enger Zusammenarbeit mit dem Initianten Valentin Heuss und der Gemeinde Uitikon erschufen sie gemeinsam die neuen Bänke. Ein solches Projekt benötigt viel Arbeit. Am Anfang des Projektes muss eine Ortsbesichtigung durchgeführt werden, danach werden die Bänke projektiert. Heuss hat diese Vorarbeit geleistet und die Standorte in einem ersten Schritt vorgeschlagen und seine Ideen bei der Gemeinde eingereicht. Danach führte Noa Gespräche mit den Grundeigentümern. «Da sich alle Standorte auf privatem Grund befinden, mussten wir die Eigentümer zuerst um Erlaubnis fragen.» Bis auf einen seien alle Grundstückbesitzer mit der Platzierung der Bank einverstanden gewesen. «Ohne sie wäre das Projekt nicht zustande gekommen», so Noa.

Auch in welcher Farbe die Bänke gestrichen werden, muss gut überlegt sein. «Die Bänke sollten eine besondere Farbe haben, da es sich um ein Einwohnerprojekt handelt», so Noa. «Wir haben nach einer Farbe gesucht, die sich in die Landschaft einpasst, aber genug herausleuchtet, damit man die Bänke auch findet.» So sind die Bänke nun hellgrün gestrichen worden und stechen schon von weitem ins Auge. Ausserdem ist auf jeder Bank ein kleines Schild zu sehen mit dem Titel «Üdiker Bänkli 2016», auf welchem sich die Gemeinde bei den Initianten und den Grundeigentümern bedankt.

Zufrieden mit dem Endresultat

Seit drei Wochen stehen nun die Bänke allen zur Verfügung und die Bewohner sind zufrieden. «Die Leute haben Freude an diesem Einwohnerprojekt», sagt Stäheli. Finanziert wurde das ganze Projekt von der Gemeinde Uitikon. Die Materialkosten inklusive der Sitzbänke belaufen sich auf ungefähr 10 500 Schweizer Franken. Der Aufwand hat sich aber gelohnt und die Bewohner geben positive Rückmeldungen. «Ich finde die Bänke super und brauche sie auch, weil ich viel mit meinem Hund unterwegs bin», sagt eine Spaziergängerin. Ebenso sehr glücklich ist eine Mutter, die oft auf einer neuen Bank sitzt, wenn sie auf ihre Tochter wartet: «Bisher habe ich zwar erst drei von den zehn Bänken gesehen, aber ich finde sie schön. Vor allem die Farbe finde ich toll.»