Was sich im Dorf seit einigen Tagen herumspricht, ist nun Gewissheit: Der Aescher Gemeinderat bekundet Kaufinteresse für die Liegenschaft an der Dorfstrasse 6, wo bis vor acht Jahren das Traditionslokal «Rössli» beheimatet war. Wie Gemeindepräsident Hans Jahn (Forum Aesch) auf Anfrage sagt, will die Exekutive auf diese Weise langfristig sicherstellen, dass Aesch einen Treffpunkt, eine Beiz hat.

Im derzeit einzigen Restaurant in Aesch, dem «Landhus», wird jedoch voraussichtlich weiter gewirtet. Im Jahr 2019 verwirkt jedoch der Einfluss der Gemeinde über die Nutzung des Gebäudes. Der Gemeinderat verkaufte das «Landhus» im Jahr 2004 dem Wirte-paar Heinz und Sandra Rinner. Der Vertrag enthält aber ein Rückkaufrecht, falls der Restaurationsbetrieb eingestellt wird. «Das Recht auf Rückkauf gilt jedoch nur für 15 Jahre und läuft somit 2019 aus», so Jahn.

Bereits einmal vor dem Aus

Erinnerungen an das Jahr 2013 werden wach. Damals verkündete das Wirtepaar Rinner, dass sie das Restaurant schliessen und eine neue Stelle antreten würden. Gar ein Verkauf der Liegenschaft kam infrage. Die Exekutive berief im September 2013 eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ein, an der ein Rückkauf der Liegenschaft hätte diskutiert werden sollen. Doch die Rinners entschieden anders. So gaben sie wenige Monate vor der Versammlung bekannt, dass sie die Liegenschaft behalten und selber einen Pächter für das «Landhus» suchen werden.

So will der Gemeinderat nun auf Nummer sicher gehen und verhindern, dass Aesch in absehbarer Zukunft ganz ohne Restaurant dasteht. Der mögliche Kauf des «Rössli» stecke jedoch noch in den Kinderschuhen, so Jahn. Das Haus sei bereits seit längerem zum Kauf ausgeschrieben. Beim Besitzer der Liegenschaft wurde erst das Kaufinteresse deponiert. «Wir sind im Gespräch, für ein konkretes Angebot ist es noch zu früh», erklärt Jahn. Denn beim «Rössli» handle es sich nur um eine von mehreren Möglichkeiten für einen Restaurationsbetrieb in der Gemeinde, sagt er. Denkbar sei im Falle einer Schliessung des «Landhus» nach 2019 auch, auf dem gemeindeeigenen Land neben dem alten Schulhaus ein Gebäude mit Restaurant zu erstellen.

Möglicherweise wird der «Rössli»-Kauf an der Gemeindeversammlung vom kommenden Dezember traktandiert. «Wir haben jedoch keine Eile und lassen dem Geschäft Zeit. Zudem sind für eine Vorlage weitere Abklärungen zur allfälligen baulichen Umsetzung und den finanziellen Konsequenzen notwendig», so der Gemeindepräsident.

«Zeiten haben sich geändert»

Ob die Stimmbürger den Kauf eines Restaurants nach dem Verkauf eines anderen vor zehn Jahren nun goutieren, kann Jahn nicht abschätzen. Es werde sicherlich die Frage aufkommen, ob die Gemeinde ein Restaurant besitzen soll. «Noch vor zehn Jahren hat die Exekutive dies mit Nein beantwortet.» Die Zeiten hätten sich jedoch geändert: Heute müsse der Gemeinderat für ein attraktives Dorfleben besorgt sein.