Weiningen
Zäsur im Gemeinderat – nur drei Mitglieder treten zur Wiederwahl an

Vier der sieben Mitglieder des Gemeinderates in Weiningen treten nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen an. Familiäre Gründe aber auch das fehlende Vertrauen der Gemeinde sind daran Schuld.

Sandro Zimmerli
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Sie haben genug: Hans-Ulrich Furrer (oben links), Margrit Grossmann (oben rechts), Ursula Hintermeister (unten links) und Wilfried Werffeli (unten rechts)

Sie haben genug: Hans-Ulrich Furrer (oben links), Margrit Grossmann (oben rechts), Ursula Hintermeister (unten links) und Wilfried Werffeli (unten rechts)

AZ

Nach Jahren relativer Kontinuität und weniger Wechsel kommt es im Weininger Gemeinderat zu grösseren Veränderungen. Nach den Gesamterneuerungswahlen vom 30. März werden mindestens vier neue Mitglieder in der Exekutive vertreten sein.

Denn mit Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP), Finanzvorsteher Rolf Bärenbold (FDP) und Sozialvorsteher Martin Henke (Quartierverein Fahrweid) haben sich nur gerade drei Amtierende zu einer weiteren Kandidatur entschieden.

Werkvorsteherin Margrit Grossmann (SVP) war acht Jahre im Gemeinderat und zuvor ebenso lang in der Schulpflege. «Insgesamt 16 Jahre in der Politik sind genug. Ich habe einiges bewirken können», sagt sie.

Nun wolle sie wieder mehr Zeit für sich und die Familie haben und wieder aktiv am Vereinsleben teilnehmen. Auch Bauvorsteher Wilfried Werffeli (SVP) will sich wieder vermehrt der Familie widmen. «Es hat mir 24 Jahre lang Spass gemacht im Gemeinderat. Das Amt zehrt aber auch», hält er fest. Nun sei es Zeit, aufzuhören.

Fehlender Vertrauen bei Furrer

Sicherheitsvorsteher Hans-Ulrich Furrer (Quartierverein Fahrweid) gibt das in letzter Zeit fehlende Vertrauen ihm gegenüber im Gemeinderat als Grund für seinen Verzicht an, möchte jedoch keine genaueren Angaben dazu machen.

«Ich bin sicher überall akzeptiert, umgänglich und pflichtbewusst. Darum hätte ich gerne noch weitergemacht, denn als Pensionär habe ich jetzt Zeit. Ich hätte gerne noch meinen Polizeiverbund fertig gegründet und die lang ersehnte Umfahrung Fahrweid abgeschlossen. Ich weiss, dass der Quartierverein meinen Sitz verlieren wird, aber ich habe mich nun entschlossen, nicht mehr zu kandidieren», sagt er.

Die Präsidentin der Primarschule Weiningen, Ursula Hintermeister (Forum Weiningen) gibt vor allem zeitliche Gründe für den Verzicht zu einer weiteren Amtsperiode an. «Die Aufgaben des Schulpräsidiums mit Einbindung in den Gemeinderat sind sehr intensiv und lassen kaum noch Zeit für andere Tätigkeiten», sagt sie. Deshalb wede sie nicht mehr antreten.

Die vielen Vakanzen führen zu einer spannenden Ausgangslage. Sie bietet Parteien die Gelegenheit, ihre Sitzzahl in der Exekutive zu erhöhen. Diese Chance scheint die FDP packen zu wollen.

Gemäss veröffentlichter Nominationsliste streben die Freisinnigen zwei zusätzliche Sitze an. Neben dem amtierenden Gemeinderat Rolf Bärenbold schicken sie Reto Beutler und Hans-Peter Stöckl ins Rennen. Würde das Vorhaben gelingen, dann verdreifacht die FDP ihre Sitzzahl wohl auf Kosten der SVP und des Quartiervereins.

Kampfwahl um Schulpräsidium

Die SVP, die derzeit drei Sitze in der Exekutive hält, hat mit Hanspeter Haug und Michael Gardavsky zwei Kandidaten nominiert. Der Quartierverein Fahrweid tritt mit dem amtierenden Mitglied Martin Henke an.

Das Forum will seinen Sitz in der Exekutive, den es mit Schulpräsidentin Ursula Hintermeister inne hat, mit Ronald Schlegel verteidigen. Allerdings bewirbt sich mit dem Parteilosen Mario Oklé ein weiterer Kandidat um das Amt des Primarschulpräsidenten.

Es kommt zu einer Kampfwahl. Zudem droht eine frauenlose Zeit im Gemeinderat anzubrechen. Seit der Wahl der späteren Gemeindepräsidentin Verena Zbinden 1990, war immer mindestens eine Frau im Gemeinderat vertreten.

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