Schlieren
Zahmer Stöckliwahlkampf in der Zirkusmanege von Schlieren

In Schlieren sind gestern Abend sieben Zürcher Ständeratskandidaten Schlierefäscht gegeneinander angetreten. Es war der erste öffentliche Schlagabtausch vor Live-Publikum zwischen den Kandidaten fürs «Stöckli».

Katja Landolt
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Christoph Blocher, Urs Hany, Maja Ingold, Thomas Hardegger, Jürg Krebs, Verena Diener, Felix Gutzwiller und Balthasar Glättli (v.l.)

Christoph Blocher, Urs Hany, Maja Ingold, Thomas Hardegger, Jürg Krebs, Verena Diener, Felix Gutzwiller und Balthasar Glättli (v.l.)

Alex Spichale

Gestern Abend fand er statt, der erste öffentliche Schlagabtausch vor Live-Publikum zwischen den sieben Zürcher Ständeratskandidaten, deren Parteien im Kantonsparlament vertreten sind: Die beiden Bisherigen Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) massen sich am Schlierefäscht-Wahlpodium mit den Herausforderern Christoph Blocher (SVP), Balthasar Glättli (Grüne), Urs Hany (CVP), Thomas Hardegger (SP) und Maja Ingold (EVP).

Unter der Leitung von Jürg Krebs, Chefredaktor der az Limmattaler Zeitung, diskutierten die Kandidaten im Schlierefäscht-Zirkuszelt vor gut besetzten Zuschauerrängen Themen wie die Wirtschaftskrise und die Eurobindung, den Atomausstieg, den Fluglärmstreit mit Deutschland und die «Chance Gubrist».

Stricke und Gegenrichtungen

Die Kandidaten zeigten sich recht handzahm und zielten durchaus auch auf Lacher und Zwischenapplaus aus dem Publikum ab – ganz nach dem Motto des Festes; «Schliere lacht». Auf die Frage beispielsweise, warum sie nicht gemeinsam mit Felix Gutzwiller als «Dreamteam» zum Wahlkampf antrete, konterte Verena Diener: «Wir sind ein modernes Paar und zwei eigenständige Menschen.» Thomas Hardegger und Balthasar Glättli, die im Doppel antreten, fragte Moderator Jürg Krebs danach, was sie denn besser machen würden als Gutzwiller und Diener. Glättli: «Wir ziehen nicht nur am gleichen Strick, sondern auch in die gleiche Richtung.»

Für besonders viel Gesprächsstoff unter den Kandidaten sorgten die Themen Wirtschaftskrise und Eurobindung. Blocher wartete mit seinem bereits bekannten Zitat auf: «Wir führen einen Krieg gegen den Euro. Man muss alle Mittel einsetzen, aber den Krieg auch gewinnen.»

Hany hingegen warnte vor der Inflationsgefahr, die die Eurobindung berge. Er betonte aber auch, dass sie alleine schon wegen des psychologischen Effektes «ein absolut richtiger Entscheid» sei.

Ingold hielt die Finger auf die wunden Punkte wie Immobilienblase, Kartellrecht oder Kompetenzen für den Preisüberwacher. «Diese Themen hört man nicht mehr. Als Bürger würde mich das aber interessieren», sagte sie. Hardegger warf ein, dass die Arbeitsplätze trotz des Millionen-Hilfspakets des Bundes noch immer gefährdet seien. Am meisten Resonanz im Publikum hatte aber die Energiedebatte.