Wohnungsmarkt
Zahl leer stehender Wohnungen wächst im Limmattal

Seit dem Jahr 2010 standen nicht mehr so viele Wohnungen leer wie heute. Vornehmlich sind es zu teure Objekte, für die sich keine Abnehmer finden lassen.

Alex Rudolf
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Neue Wohnungen werden gebaut (hier das Quartier Limmatfeld), obwohl die Leerziffer steigt.

Neue Wohnungen werden gebaut (hier das Quartier Limmatfeld), obwohl die Leerziffer steigt.

Rue

Nach den Städten Zürich und Winterthur weist der Bezirk Dietikon die drittgeringste Leerwohnungsziffer des Kantons auf. Dies geht aus den gestern erschienenen Zahlen des kantonalen sowie des Stadtzürcher Amtes für Statistik hervor. Im Schnitt hat sich der Bestand auf Kantonsgebiet jedoch im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent erhöht und ist mit über 5000 Wohnungen wieder auf dem Stand vom Jahr 2007.

Auch in der Region ist der Bestand leer stehender Wohnungen leicht angestiegen. Zur Zeit des Stichtags am 1. Juni dieses Jahres waren 273 Wohnungen nicht bewohnt, standen aber zur Vermietung oder zum Verkauf bereit. Prozentual am gesamten Wohnungsbestand der Region entspricht dies einem Anteil von 0,67 Prozent. Nicht in der Statistik enthalten sind Wohnungen, die zwar nicht bewohnt werden, jedoch bereits vermietet oder verkauft sind. Ein Vergleich zu vergangenen Jahren zeigt eine leichte Zunahme — seit 2010 standen im Bezirk Dietikon nicht mehr so viele Wohnobjekte leer.

Ein Blick auf die Gemeinden zeigt, dass vor allem Urdorf, Oberengstringen und Uitikon markant weniger leer stehende Wohnungen haben als noch vor einem Jahr. Neu sind in Uitikon nur noch 14 (Vorjahr 26), in Urdorf 52 (Vorjahr 58) und Unterengstringen 10 (Vorjahr 18) Wohnungen nicht bewohnt. Den Oetwilern und Geroldswilern bleibt hingegen eine grössere Auswahl bei der Wohnungssuche. Dieses Jahr sind in Oetwil 11 (Vorjahr 8) und in Geroldswil 20 (Vorjahr 9) Wohnungen leer stehend. In den anderen Gemeinden ist die Veränderung geringer.

Teure Neubauten unbewohnt

Neubauwohnungen

66 der insgesamt 273 leer stehenden Wohnungen im Bezirk Dietikon sind Neubauwohnungen. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Die Stadt Zürich kommt mit rund einem Drittel auf eine ähnliche Quote. Nur im Glattal, der anderen Boomregion im Kanton, geht die Vermietung von Neubauwohnungen schnell. Nur gerade jede zehnte leer stehende Wohnung ist dort im Jahr 2012 oder später erbaut worden.

Dass sich eine Entspannung des im Grossraum Zürich angeheizten Immobilienmarktes abzeichnet, wäre womöglich ein voreiliger Schluss. So verweisen die Verantwortlichen vom statistischen Amt darauf, dass der Anstieg der Leerwohnungsziffer — vornehmlich in den Städten — mit der noch immer sehr regen Bautätigkeit zusammenhänge. Derweil schwächt sich die Bevölkerungszunahme allmählich ab. Von den knapp 1200 neu unbewohnten Wohnungen finden sich 95 Prozent in den Regionen Zürich, Zimmerberg, Oberland und Glattal. So verzeichnet die Quote in diesen Regionen einen markanten Anstieg von 0,49 auf 0,76 Prozent. In der Stadt Zürich stieg sie gar von 0,11 auf 0,22 Prozent. In Sachen leer stehende Neubauwohnungen stehen die Stadt Zürich und der Bezirk Dietikon ähnlich da. So sind in Zürich rund ein Drittel der unbewohnten Wohnungen Neubauten, im Bezirk sind es 24 Prozent. In der anderen Boomregion des Kantons, dem Glattal, sind die neu gebauten Objekte hingegen schneller vom Markt — nur gerade jede zehnte neu erstellte Wohnung ist dort nicht vermietet.

Dass es vornehmlich die neu erstellten und damit teureren Wohnungen sind, die keine Abnehmer finden, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen des statistischen Amtes. Einerseits ist die Leerwohnungsquote im Stadtzürcher Quartier Escher-Wyss, wo während der vergangenen Jahre viele luxuriöse Miet- und Eigentumswohnungen gebaut worden sind, ein überaus starker Anstieg der leer stehenden Objekte festzustellen. Von einem Anteil von rund null Prozent im Jahr 2013 sprang sie in diesem Jahr auf gute 4 Prozent — mit Abstand die höchste der Stadt Zürich. Andererseits liegen die durchschnittlichen Preise pro Quadratmeter für eine leer stehende Wohnung im Kanton Zürich relativ hoch — bei 33 Franken. Dies entspricht bei einer Wohnungsgrösse von 100 Quadratmetern einem Mietzins von 3300 Franken.