Dietikon könnte bald die Heimat einer Königin sein - einer afrikanischen Schönheitskönigin. Denn wenn am 31. August in Zürich die Wahl der ersten Miss Africa Deutschschweiz stattfindet, ist die in Dietikon aufgewachsene Youma Diew unter den Kandidatinnen.

Lawane Fousseni, einer der Organisatoren der Missen-Wahl, erklärt die Idee des Schönheitswettbewerbs so: «Es geht uns nicht nur darum, die Schönheit der afrikanischen Frau, sondern vielmehr auch die ganze Kultur zu zeigen und andere Menschen mit afrikanischen Wurzeln zu ermutigen.»

In zwei Kulturen zu Hause

Youma Diew sieht das genauso. Geboren an der Elfenbeinküste und aufgewachsen in Frankreich sowie Dietikon, lebt sie sowohl die afrikanische wie auch die europäische Kultur. «Ich habe mich in Europa bestens eingelebt und fühle mich wohl hier, aber mein Inneres gehört doch dem afrikanischen Kontinent», sagt die 25-Jährige.

Dass auch ihr Äusseres afrikanisch ist, verhilft ihr zwar jetzt zur Teilnahme an der Miss Africa Deutschschweiz, stand ihr jedoch auch schon im Weg: «Bei der Lehrstellensuche bekam ich einmal eine Absage aufgrund meiner Hautfarbe», erzählt sie. Verstehen kann sie dies nicht. «Ich bin doch bestens integriert, spreche Deutsch und Französisch und habe immer gearbeitet.» Ihre Lehre als Fachfrau Betreuung und nun auch eine Weiterbildung auf diesem Gebiet hat sie schliesslich in Lausanne gemacht.

Youma wurde von ihrer immer noch in Dietikon wohnhaften Mutter zur Miss Africa-Wahl angemeldet. Anfangs war es für sie mehr ein Spass, inzwischen ist ihr die Wahl jedoch persönlich wichtig geworden. Sie möchte als gutes Beispiel vorangehen und zeigen, dass man bestens integriert und trotzdem stolz auf seine Wurzeln und Kultur sein kann.

Wirklich ans Gewinnen gedacht hat sie jedoch noch nicht: «Mein Selbstbewusstsein ist nicht gerade das Grösste. Meine Verwandten sagen zwar, ich könne gewinnen, aber die anderen Frauen sind alle so hübsch.»

Viele Preise warten

Die zehn Finalistinnen kommen aus den verschiedensten Ländern. Bei der Wahl steht daher auch bei jeder Kandidatin der kulturelle Hintergrund im Fokus; so zeigen die Frauen beispielsweise in einem Durchgang traditionelle afrikanische Tänze.

Anders als bei anderen Miss Africa-Wahlen erwarten die Gewinnerin bei der ersten Deutschschweizer Ausgabe attraktive Preise. So darf sie eine Reise nach Afrika machen, bekommt einen Modelvertrag mit zwei Zürcher Modehäusern und kann Besuche bei den Sponsoren machen.

Ein solcher Sponsor ist auch die Zürcher Aids-Hilfe. «Die Gewinnerin soll auch als Botschafterin im Kampf gegen Geschlechtskrankheiten auftreten und für dieses wichtige Thema sensibilisieren», sagt Organisator Fousseni dazu.