Für Würenlos sei die Einrichtung eines Probebetriebes derzeit aus finanziellen Gründen kein Thema. Aufgekommen ist die erneute Diskussion um einen Anschluss des Klosters Fahr an den öffentlichen Verkehr letzten Samstag. Auf Einladung der Gemeinde hatten die Einwohner Würenlos’ die Gelegenheit sich vor Ort über die dringend notwendigen Sanierungen der Klosteranlage zu informieren.

Anlässlich dieser Führung wurde ein Bus der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen auf den Namen «Kloster Fahr» getauft. Das Kloster und der Verein Pro Kloster Fahr nutzten diese Gelegenheit, um auf das schon vor Längerem erstmals geäusserte Anliegen einer eigenen Buslinie zum beliebten Ausflugsziel aufmerksam zu machen. Vor einigen Jahren signalisierte die Gemeinde Unterengstringen, dass sie Interesse daran hätte, das Kloster Fahr mit einem Bus zu erschliessen.

Idee eines Rundkurses

Die Idee besteht darin, eine Linie vom Bahnhof Schlieren ins Quartier Rietbach über den Fachmarkt Bauhaus ins Kloster Fahr und dann weiter via Dorfstrasse ins Zentrum von Unterengstringen zu führen. Von Unterengstringen würde der Bus über die Engstringerstrasse zurück zum Bahnhof Schlieren fahren. Es würde sich also um einen Rundkurs handeln, der verschiedene Quartiere erschliesst.

In den letzten Jahren wurden zu diesem Thema schon verschiedene Gespräche zwischen Schlieren, Unterengstringen, Würenlos und den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) geführt. Aus Sicht der VBZ dürfte die Realisierung einer solchen Buslinie nicht einfach werden.

Vierjähriger Probebetrieb

Dies hat unter anderem damit zu tun, dass zwischen den zu erschliessenden Quartieren Rietbach in Schlieren, dem Kloster Fahr und dem St.-Niklaus-Quartier in Unterengstringen kaum Synergien genutzt werden können, wie Probefahrten gezeigt haben.

Zur Erschliessung der Quartiere in Schlieren und Unterengstringen wäre eine Tageslinie notwendig. Für das Kloster würde wohl ein Wochenendbetrieb ausreichen, da die Frequenz unter der Woche nicht sehr hoch ist.

Abschreiben wollen die VBZ eine Buslinie ins Kloster Fahr aber nicht. Als nächster Schritt müsste ein vierjähriger Probebetrieb eingerichtet und durch Dritte, als beispielsweise Schlieren, Unterengstringen, Würenlos und das Kloster Fahr, finanziert werden.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Ähnlich wie in Würenlos ist man auch in Schlieren der Ansicht, dass zuerst geklärt werden muss, wie die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Quartiere entlang der Busstrecke sinnvoll berücksichtigt werden können. «Für die Idee, das Kloster Fahr mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen, haben wir durchaus Sympathie», sagt Schlierens Stadtpräsiden Toni Brühlmann-Jecklin. Es müsse aber geklärt werden, wie sich die Bedürfnisse des Rietbach-Quartiers mit jenen des Klosters Fahr koordinieren liessen. «Eine neue Linie müsste sich sinnvoll in das Gesamtbusnetz integrieren lassen», so Brühlmann. Nur so liessen sich die Investitionen für einen Probebetrieb überhaupt rechtfertigen.