Sie sind fast nicht zu erkennen in all dem Grün der Rebberge. Bei genauerem Suchen entdeckt man aber immer mehr fleissige Traubenpflücker zwischen den Reihen: Die Wümmet hat begonnen. Bei Winzer Peter Vogler in Weiningen haben sich 17 freiwillige Helfer zur Weinlese eingefunden. Die einen ernten still und alleine, andere plaudernd und lachend in Gruppen.

Aber egal wie: Das Wümmen scheint Spass zu machen. «Seit zehn Jahren bin ich schon dabei», sagt Heinrich Ziegler aus Geroldswil. Der 74-Jährige hat zwei Kurse bei Vogler besucht und dadurch schon viel Übung. «So schön wie heute waren die Trauben bestimmt in den ganzen zehn Jahren noch nie.»

Die grünen Trauben der Sorte Riesling-Silvaner werden sorgfältig gesondert. Dabei müssen alle faulen oder von Vögeln angepickten Trauben aussortiert werden. «Nur diejenigen, die man auch essen würde, kommen in den Topf», erklärt Vogler.

Sobald ein paar Töpfe voll sind, werden sie vom Winzer mitgenommen, um die Trauben abzuschlagen. Danach gelangen sie direkt in die Presse und später in den Tank. Bereits am ersten Tag werden zwei solche Pressen gefüllt - das entspricht rund einer Tonne Trauben. Die Hälfte der angebauten Riesling-Trauben wird aber noch hängen gelassen und erst in etwa zehn Tagen geerntet. Mit den reiferen Trauben wird Vogler einen anderen Typ Wein herstellen.

Blauburgunder warten auf Sonne

«Für die Riesling-Trauben ist es ein gutes Jahr», sagt Vogler. «Da die Landwirtschaft aber ein wenig hinterher hinkt, könnte es knapp werden für die Sorte Blauburgunder. Diese werden erst später gelesen und könnten noch ein wenig Sonne vertragen.»

«Wer trinken will, muss wümmen»

Hinter dem Weinlesetag steckt auch Organisation: Kurz vor der Wümmet fragt Vogler all seine Freiwilligen an. «Ich bin natürlich auf diese Helfer angewiesen. Meist kommen dann zum Glück auch viele», sagt er. Moemia Danieli aus Weiningen ist seit 25 Jahren jedes Jahr an der Wümmet dabei. «Spass macht es immer noch.

Vor allem die gute Stimmung ist motivierend. Es wird jeweils viel geredet und gelacht», sagt sie. Als Freundin von Silvia Vogler kam sie schon früh mit den Rebbergen in Kontakt. Zur Belohnung für die Arbeit bekommen die Helfer jeweils ein paar Flaschen Wein. «Wer trinken will, muss auch wümmen», erklären die Traubenleser lachend und ernten munter weiter.