Spinatwähe zu Couscous und Paella mit Kurkuma – am Samstag galt es in Schlieren neue Geschmackserlebnisse zu entdecken. Die Schlieremer IG Paraplü hatte in Zusammenarbeit mit dem Verein «Just a simple scarf» (JASS) ein Worldfood-Festival am Familienzentrum organisiert. Es fand bei den Besuchern grossen Anklang. Beim Festival hatten sie am Buffet die Wahl zwischen zehn Gerichten aus fünf Nationen: Ob Fattoush, Spinatwähe, Paella oder Pastasalat, alle frisch zubereiteten Gerichten liessen den rund 50 Besucherinnen und Besuchern an diesem Samstagabend das Wasser im Mund zusammenlaufen. Paraplü und JASS wollten der Bevölkerung eine Plattform für Begegnung bieten, um Grenzen und Vorurteile mit Genuss abzubauen. «Paraplü will die Leute in Schlieren zusammenbringen und den Stadtpark neu beleben», sagte Michael Koger vom Vorstand. Mit dem seit 2015 aktiven Verein JASS hat Paraplü einen guten Partner gefunden, um Menschen zu vernetzen: «JASS setzt sich ein für Toleranz und Integration», erklärte JASS-Gesamtleiterin Judith Bühler. Alle Gerichte stammten aus dem Bekanntenkreis der beiden Vereine. So haben Kogers syrische Mitbewohnerin Falafelkugeln, seine Mutter Wurstsalat oder Paraplü-Vorstand Sabrina Barbieri Kartoffelsalat beigesteuert, während aus dem Netzwerk von JASS Essen aus Spanien, Griechenland, dem Iran und Syrien kommt. Für die musikalische Untermalung sorgte die dreiköpfige Rockband «Pocketones».

Seraina Sigrist, 29, Zürich

«Ich habe von allem etwas probiert: Paella, Tzatziki, Hummus, Falafel, Kartoffelsalat und Fattoush. Eines meiner Lieblingsgerichte hier ist Fattoush. Es ist ein sehr frischer Salat, der Peterli, Gurken, Tomaten, aber auch Granatapfel und geröstetes Fladenbrot enthält. Vor vier Jahren habe ich es in einem libanesischen Restaurant kennen gelernt und in der Zwischenzeit auch schon für meine Freunde und Familie nachgekocht. Das Rezept dazu fand ich im Internet.»

Seraina Sigrist, 29, Zürich

Seraina Sigrist, 29, Zürich

Sonja Morichetti, 37, Zürich

«Ich esse sehr vieles sehr gerne. Auf meinem Teller hat es Taboulé, Hummus, Fattoush, aber auch Spinatwähe oder Tzatziki. Falafelkugeln schmecken nie gleich. In diesen hier hat es beispielsweise keinen Koriander. Als Schweizerin mit italienischen Wurzeln bin ich mit der europäischen Küche aufgewachsen. Doch seit ich einen eigenen Haushalt habe, experimentiere ich auch mit Gerichten von überall. Zum Glück mögen meine drei Kinder meine Kochexperimente.»

Sonja Morichetti, 37, Zürich

Sonja Morichetti, 37, Zürich

Aali Al Rubaye, 30, Schlieren

«Ich habe von allem etwas genommen. Meine Favoriten auf dem Teller sind syrischer Hummus und Taboulé. Im Irak haben wir auch Hummus und Taboulé. Die Zutaten sind zwar dieselben, doch schmeckt irakisches und syrisches Essen nicht gleich. Wenn ich irakische Gerichte esse, gibt mir das ein Gefühl von ‹Zuhause›. Bei ausländischem Essen spüre ich so etwas wie Ferien. Das Schöne am Worldfood ist, man braucht keine Vorkenntnisse, um eine andere Kultur kennenzulernen.»

Aali Al Rubaye, 30, Schlieren

Aali Al Rubaye, 30, Schlieren

Agnes Santoso, 73, Schlieren

«Das Essen auf meinem Teller stammt aus allen Ecken der Welt, und es passt alles sehr gut zusammen, genau wie bei Menschen. Ich habe beispielsweise syrische Falafelkugeln mit griechischem Tzatziki kombiniert. Am meisten schmeckt mir die Spinatwähe aus Griechenland. Als Indonesierin mit chinesischen Wurzeln gehört das indonesische Gericht Rendang zu meinen Spezialitäten. Rendang ist Rindfleisch und Kokosmilch mit Chilli und indonesischen Gewürzen.»

Agnes Santoso, 73, Schlieren

Agnes Santoso, 73, Schlieren

Wilmer Dominguez Remar, 50, Zürich

«Als Peruaner habe ich sowohl einen peruanischen als auch einen spanischen Pass. Ich finde das Engagement von JASS sehr wichtig, deshalb habe ich das spanische Paella-Gericht beigetragen. Kochen ist für mich etwas Kreatives, und ich bringe gerne Neues in ein Rezept ein. Bei meiner Paella hat es neben Reis, Peperoni, Erbsen, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Safran, auch noch Auberginen und anstelle von Paprika das Gewürz Kurkuma.»

Wilmer Dominguez Remar, 50, Zürich

Wilmer Dominguez Remar, 50, Zürich

Gertrud Hertel, 81, Schlieren

«Für mich spielt es keine Rolle, woher das Essen kommt. Hauptsache es schmeckt gut. Couscous gehört zu meinen Favoriten. Zu Hause koche ich es wöchentlich, weil es sehr schnell geht. Für meinen Couscous verwende ich auch mal geschnetzeltes Pouletfleisch oder Ananas und in der Spargelsaison Spargeln. Ich improvisiere gerne beim Kochen. Als ich vor 50 Jahren Köchin im Spital war, stand jedoch Kochen nach festem Menüplan an der Tagesordnung.»

Gertrud Hertel, 81, Schlieren

Gertrud Hertel, 81, Schlieren