Viele fassen den Entschluss, ihre Lebensgeschichten in einer Autobiografie zu resümieren. Doch nur die wenigsten setzen ein solches Projekt auch in die Tat um. Noch viel weniger schaffen es dann, mit Schilderungen ihres bisherigen Daseins ein Buch von über 400 Seiten zu füllen. Einer dieser wenigen ist der Fahrweider Autor Wolfgang Honold. Sein Werk «Das erratische Leben von Wolfgang alias Donald alias Mambo – Warum?» verfasste er unter dem Pseudonym Bonifatius Helveticus und beschreibt darin seine ersten 33 erratischen, also irrigen Lebensjahre, die von einer Reihe Aufs und Abs geprägt waren.

«Ich sah Leute sterben»

Es ist April im Jahr 1936: Honolds Hausgeburt an der Ewaldistrasse in Köln bildet gleichwohl den Startschuss zu seinem Leben und zu seiner Autobiografie. «Meine Kindheit war geprägt von Bildern des Kriegs», so Honold. Diese nimmt er in seinem Buch auf, beschreibt sie detailliert und kommentiert sie aus seiner heutigen Sicht. Klassenbesuche der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) prägten den jungen Wolfgang Honold genauso wie Szenarien von Bombardements: «Ich sah viele Leute sterben», sagt er und verweist auf ein Erlebnis, als Bomben niedergingen und eine Frau mit Kleinkind im Arm nur wenige Meter entfernt von ihm getroffen wurde. Solche Erlebnisse schildert Honold in unverblümter Sprache und bleibt dabei stets trocken, was der Leser als schwarzen Humor verstehen könnte. Mehrmals verweist er im Buch darauf, dass seine Aussagen «kein Witz» seien.

«Das Buch ist sicherlich nicht zum Lachen, doch ist Schmunzeln erlaubt», sagt der fast 80-Jährige. Dass viele Menschen das Thema Nationalsozialismus nicht humoristisch aufbereitet sehen wollen, dafür hat er Verständnis. «Doch sind gewisse Dinge derart tragisch und unverständlich, dass Humor Abstand schafft», sagt er. Mit einer gewissen Lustigkeit könne das Thema auch unverkrampfter angegangen werden.

Die weiteren Namen, die im Titel vorkommen, Donald und Mambo, sind eine Referenz auf spätere Lebensphasen. Als Donald bezeichnet sich Honold in seiner Adoleszenz, als er in London als Touristenführer arbeitete. Danach folgte die Phase als Mambo, in welcher er in Süddeutschland als Gastronom tätig war: «Ebenfalls spannende und ereignisreiche Zeiten, die eindrückliche Anekdoten mit sich bringen.»

Auf die Idee, die Memoiren zu schreiben, kam Honold durch seine beiden Kinder. «Sie sagten mir ständig, dass mein Leben niedergeschrieben werden sollte. Anfang des letzten Jahres war es dann so weit. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und nahm das Projekt in Angriff. Was die genaue Initialzündung war, weiss ich gar nicht.» Eine intensive Phase begann, während der er tageweise an seinem Werk schrieb. Gut neun Monate später war der Text vollendet und die Suche nach einem Verlag startete. Fündig wurde er nach einem knappen Jahr beim Frankfurter Selbstkostenverlag Paramon, wo sich der Autor an den Druckkosten beteiligt.

Sicherlich kein Bestseller

Voraussichtlich werden die ersten Exemplare nächste Woche auf den Markt kommen, wie der Autor sagt. Danach gelte es abzuwarten, ob sein Werk auf Anklang stösst. «Es ist sicherlich nicht Material für einen Bestseller, da es kein leichtfüssiger Stoff ist», so Honold. Möge jemand aber eine sarkastische Sicht der Dinge und eine pointierte Sprache, dann lohne sich die Lektüre sicherlich.

Der Fahrweider hat Blut geleckt und ist bereits mit seinem zweiten Buchprojekt beschäftigt. «In meinem nächsten Buch thematisiere ich meine nächsten dreissig Jahre», so der Fahrweider. In dieser Zeit lernt er seine Frau kennen und zieht in die Schweiz.

«Dass erratische Leben von Wolfgang alias Donald alias Mambo – Warum?»
gibt es ab Oktober bei Amazon zu kaufen. ISBN: ISBN-13: 978-3038301608.