Die imposanten Baukörper im Dietiker Brunau-Quartier stechen sofort ins Auge. Zwischen Urdorfer- und Birmensdorferstrasse entstanden vier Gebäude mit gesamthaft 60 Wohnungen für «Menschen der zweiten Lebenshälfte», wie es auf der Homepage der Kolonie Hofächer heisst. Am vergangenen Samstag feierte die Bauherrin, die Baugenossenschaft des eidgenössischen Personals (BEP), Einweihung.

Die Idee, in Dietikon Wohnungen für Mieter älteren Semesters zu bauen, entstammt jedoch nicht der BEP, sondern den beiden Eigentümern des Landes. Lisbeth und Hans Weibel erbten das Grundstück von ihrem Vater, der darauf einst eine Gärtnerei betrieb. «Wir haben am Beispiel unserer eigenen Eltern gesehen, dass der Umzug in eine altersgerechte Wohnung verpasst werden kann. Im Alter von 80 Jahren kann es unter Umständen schon zu spät dafür sein, da man einen Umzug nicht mehr bewältigen kann», sagt Lisbeth Weibel. Bis vor einigen Jahren habe es in Dietikon nur wenige Wohnformen gegeben, der Senioren ein eigenständiges Leben bis ins hohe Alter ermöglicht, sagt sie weiter. «Dies wollten wir ändern und haben das Bauprojekt für die vier Häuser auf eigene Faust bis zur Baureife vorangetrieben.»

Dann wurde dem Geschwisterpaar jedoch klar, dass die Realisierung des 24-Millionen-Franken-Projekts ein zu grosses finanzielles Risiko birgt. «Mit der BEP war schnell eine Partnerin gefunden, die unsere Idee unterstützte», sagt Weibel. Sie traten das Land im Baurecht an die Genossenschaft ab, die den Bau realisierte. Bereits im März konnten die ersten Wohnungen bezogen werden.

Die 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen zeichnen sich durch eine für altersgerechtes Wohnen typische Bauweise aus. So verfügen sie etwa über keine Badewannen, sondern Duschen und die Küche ist so angeordnet, dass keine langen Wege zurückgelegt werden müssen. In den Erdgeschossen der vier Bauten befinden sich Ateliers, eine kleine Gästewohnung, eine Kaffeeküche und ein Gemeinschaftsraum. Preislich befinden sich die Wohnungen eher im für die Region typischen tieferen Preissegment. Mit zwischen rund 1700 und 2100 Franken Bruttomiete müssen die künftigen Mieter rechnen.

Gemeinschaft ankurbeln

Medizinische Pflege oder Dienstleistungen sind im Angebot nicht inbegriffen. Doch unterhält die BEP eine sogenannte Wohnassistenz, die Weibel führt. An drei Halbtagen ist sie im Büro vor Ort anwesend und hilft, das gemeinschaftliche Leben in Schwung zu bringen. «Oftmals fehlen älteren Menschen die sozialen Kontakte. Dem möchte ich mit der Wohnassistenz vorbeugen», sagt Weibel. So sollen Initiativen der Mieterinnen – etwa die Organisation eines Jasstreffs – in Angriff genommen werden. Aber auch die nachbarschaftliche Unterstützung oder Hilfe beim Einkaufen und Waschen organisiert Weibel bei Bedarf. Auch stellt sie Kontakt zu ambulanten Diensten wie der Spitex her.