Geroldswil
Wohnraum statt Hotel: Nun wirds konkret

Gemeinderat hat Studienauftrag zur Umnutzung, Sanierung und Erweiterung des Zentrums gestartet.

David Egger
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Eingang zum Hotel Geroldswil: Um diesen Gebäudekomplex geht es beim Studienauftrag. Auch involviert: Die reformierte Kirche und die Baugenossenschaft Schönheim.

Eingang zum Hotel Geroldswil: Um diesen Gebäudekomplex geht es beim Studienauftrag. Auch involviert: Die reformierte Kirche und die Baugenossenschaft Schönheim.

Bettina Hamilton-Irvine

Das Dorfzentrum Geroldswil rückt seiner Modernisierung mit grossen Schritten näher. Es geht um den Gebäudekomplex, der insbesondere das Hotel Geroldswil, die reformierte Kirche sowie Wohnungen der Baugenossenschaft Schönheim umfasst.

Letzten Freitag ist nun ein Studienauftrag gestartet, der zum Ziel hat, das Entwicklungspotenzial der Liegenschaft aufzuzeigen. Zu entnehmen war dies dem kantonalen Amtsblatt und dem Schweizer Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen (Simap).

Auftraggeber ist die Gemeinde Geroldswil, vertreten durch den Gemeinderat. Er beabsichtigt, in Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche Weiningen und der Baugenossenschaft Schönheim die Liegenschaft respektive Teile davon umzunutzen, zu sanieren und zu erweitern.
Während der Studienauftrag grundlegend aufzeigen soll, welches Entwicklungspotenzial in der Kirche und den Baugenossenschaftswohnungen steckt, ist das Projekt beim Hotel Geroldswil schon etwas konkreter: Seit 2016 ist bekannt, dass der Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Hotelbetreiber per 31. Dezember 2021 definitiv endet.

210 000

Franken beträgt die Gesamtpreissumme des Studienauftrags. (exklusive Mehrwertsteuer). Das Geld wird auf jene Teilnehmer verteilt, die sich in der Präqualifikation durchsetzen und entsprechend für ihre Arbeit am Studienauftrag entschädigt werden sollen. Die Teilnehmer erhalten jeweils mindestens 25 000 Franken .

Danach sollen die Hotelzimmer im Obergeschoss in altersgerechten Wohnraum umgebaut werden. Für das Erdgeschoss ist zum einen eine publikumsorientierte Nutzung vorgesehen, zum anderen sollen dort Räume für die Bewohnerschaft entstehen. Das Restaurant und der Gemeindesaal werden ersetzt. Zusätzlich ist noch ein Neubau geplant, in dem weitere Wohnungen entstehen sollen, sodass ein guter Wohnungsmix entsteht. Dieser Neubau könnte um die zehn Millionen Franken kosten, hiess es 2014. Für definitive Preisangaben ist es derzeit noch zu früh.

Bewerbungsfrist endet im Oktober

Die Bewerbungsfrist für Architektur- und Ingenieurbüros, die am Studienauftrag teilnehmen wollen, läuft noch bis 5. Oktober. Danach findet die Präqualifikation statt, aus der voraussichtlich etwa fünf bis sieben Teams hervorgehen werden, die gegen eine Entschädigung von mindestens 25 000 Franken ihre Ideen ausarbeiten werden. Total steht eine Preissumme von 210 000 Franken (exklusive Mehrwertsteuer) zur Verfügung.

Kiesplatz beim Zentrum:

Baufeld Ost: Vorprüfung Baugesuch gestartet

Es war ein deutliches Votum: Mit einem Ja-Anteil von 75 Prozent stimmte das Geroldswiler Volk im Mai der Bebauung des zentral gelegenen Kiesplatzes – auch bekannt als Baufeld Ost oder Chilbiplatz – zu. Auch bei diesem Projekt, das voraussichtlich 34,9 Millionen Franken kosten wird, wurde ein weiterer Schritt nach vorne gemacht: Seit Montag letzter Woche wird das Baugesuch der Gemeinde vorgeprüft. Gibt es keine unerwarteten Komplikationen, wird es ab etwa Mitte August für 20 Tage öffentlich aufliegen.

Dannzumal werden auch die Bauprofile für das Projekt aufgestellt, das Geroldswil direkt an der Hauptstrasse des Dorfes, der Limmattalstrasse, ein neues Gesicht geben wird. Wie bisher ist der Baustart für das zweite Quartal 2018 vorgesehen. Das Projekt besteht unter anderem aus 148 Tiefgaragen-Parkplätzen, einer grossen Coop-Filiale sowie 27 Wohnungen modernsten Standards. Die Fertigstellung der Bauten ist für das Jahr 2020 geplant.

Gleichzeitig mit den Bauarbeiten des Gemeinde-Projekts will zudem die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihre benachbarte Wohnliegenschaft Huebwiesenstrasse 19/21/23 um ein zusätzliches Gebäude an der Limmattalstrasse erweitern, womit das Areal zusätzlich verdichtet wird. Wie die ZKB auf Anfrage sagt, wurde auch ihr Baugesuch zur Vorprüfung eingereicht. Sie geht davon aus, dass es zeitgleich mit jenem der Gemeinde aufliegen wird. (DEG)

Beim Studienauftrag wird die Gemeinde professionell begleitet von der Planpartner AG in Zürich. Diese hatte unter anderem 2010 bis 2011 in Dietikon den Wettbewerb der Halter AG für den Limmat-Tower begleitet. 2012 führte sie die erste Studie für die Entwicklung des Geroldswiler Zentrums durch, die neben dem alten Zentrum mit dem Hotel auch das Baufeld Ost (heutiger Kiesplatz) und das Baufeld West umfasst. Letzteres befindet sich bei der Bushäuschen-Insel der Haltestelle Zentrum.

Das Zentrum ist schon länger im Umbruch: Die Baugenossenschaft Schönheim hat die erwähnten Wohnungen 2012 der reformierten Kirche abgekauft, damit diese die Kirchensanierung sowie ihren Schuldenabbau finanzieren kann. Der Gebäudekomplex mit dem Hotel wurde in den 1970er-Jahren gebaut und ist denkmalpflegerisch schutzwürdig: 2015 wurde das Zentrum ins Inventar der Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung aufgenommen – eine Woche, bevor die Kirche die Sanierungsarbeiten vergeben wollte.