Doch damit soll nun Schluss sein: Die Stadt will die Chrüzi für diesen Anlass künftig nicht mehr zur Verfügung stellen.

Falschparken löste Vorstoss aus

Cengiz Yükseldi, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, ist über diesen Entscheid enttäuscht. Der Anlass sei zu gross für den Chrüzacher geworden, hiess es an einer Auswertungssitzung, zu der die Stadt ihn einlud. Doch Yükseldi vermutet den wahren Grund woanders.

Denn sein Basar führte diesen Juni zu Reklamationen aus der Nachbarschaft des Chrüzi. Diese wiederum veranlassten Gemeinderat Werner Lips (SVP), eine Kleine Anfrage einzureichen, die auf das Parkproblem rund um die Freizeitanlage aufmerksam machte.

Yükseldi glaubt, dass an der Islamischen Glaubensgemeinschaft ein Exempel statuiert wurde, um die Diskussion um Lärm- und andere Emissionen der Chrüzi-Veranstaltungen zu dämpfen. Anders kann er sich den Entscheid der Stadt nicht erklären: «Punkto Sauberkeit und Organisation haben wir uns nichts zuschulden lassen kommen», sagt er.

Auch für die Parkplätze hätten sie sich extra eine Bewilligung eingeholt, die sie befugte, die Parkverbotsschilder abzudecken. Dieses Jahr zahlte sich für einmal das Risiko mit dem Wetter aus, nachdem es die letzten drei Jahre regnete - «darum der grosse Andrang. Wir konnten die Leute doch nicht wegschicken», so Yükseldi.

Dass auf die Reklamationen der Anwohner so grosses Gewicht gelegt wurde, findet er nicht fair: «Gewisse Nachbarn beklagen sich ständig über die Veranstaltungen im Chrüzacher. Da war unser Fest keine Ausnahme.»

Basar sprengte Infrastruktur

Armin Strässle, der als Leiter Jugend und Freizeit für den Chrüzacher zuständig ist, wehrt sich dagegen. «Es kamen verschiedene Faktoren zusammen», sagt er. Der Hauptgrund sei aber, dass das Fest schlicht zu gross geworden sei. «Dieses Jahr kamen mehr Leute, als die Infrastruktur der Freizeitanlage fassen kann. Das ist natürlich schön für die Veranstalter, doch wir mussten daraus schliessen, dass der Basar für den Standort Chrüzacher nicht geeignet ist.» Am Basar selbst sei nichts auszusetzen: «Es war immer ein sehr friedliches Fest.»

Dass der Knatsch um die Parkplätze in die Entscheidung hineinspielte, will Strässle nicht abstreiten. Er weist aber darauf hin, dass an diesem 16. Juni noch andere Probleme aufgetreten seien. Die Nachbarn hätten sich nicht nur wegen des Verkehrschaos, sondern auch wegen Lärm und wegen Abfall, der in ihrem Garten landete, beschwert.

Klagen aus der Nachbarschaft kämen hin und wieder vor, räumt Strässle ein. Die Anlage liegt mitten in einem Wohnquartier; dass es bei grösseren Anlässen mal lärmig wird, liege in der Natur der Sache. «Wir wollen uns weiterhin dafür einsetzen, dass Anlässe für unser Zielpublikum - also Kinder und deren Familien - durchgeführt werden können.» Darunter fällt jedoch der Basar der Dietiker Moschee nicht.

Über Yükseldis Vorwürfe zeigt sich Strässle leicht befremdet: «Wir haben ihm vier alternative Standorte vorgeschlagen und ihm unsere Hilfe bei weiteren Problemen angeboten.» Die vorgeschlagenen Alternativen - der Kirchplatz, der Rapidplatz, die Stadthalle und die Grunschen - kommen für Yükseldi jedoch nicht infrage. Auf den Plätzen sei keine Kücheninfrastruktur vorhanden, die Stadthalle ist für das beschränkte Budget der Glaubensgemeinschaft zu teuer.

Aufgeben will Yükseldi noch nicht. Doch zurzeit sieht er nicht, wie - und vor allem wo - der Basar weiterleben soll. «Es ist sehr schade, dass wir nicht mehr in der Chrüzi gastieren dürfen. Dieser Anlass förderte nicht zuletzt die Integration, weil Andersgläubige sich näherkamen und Gedanken austauschten. Dazu lebt die Moschee unter anderem auch vom Erlös, der an diesem Basar zusammenkommt.»