Massnahmenzentrum Uitikon
Wo kriminelle Jugendliche wohnen: Ein Blick hinter die Mauern nach dem Umbau

Schwerstdelinquente Jugendliche und junge Erwachsene aus der ganzen Schweiz werden im Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) im Kanton Zürich untergebracht. In einer ersten Umbauetappe sind die Sicherheitsstandards für zehn Plätze erhöht worden.

Katja Landolt
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Die Küche im Massnahmenzentrum musste komplett neu gemacht werden
18 Bilder
Massnahmezentrum Uition nach dem Abschluss der ersten Bauetappe
Über dem Eingangsbereich ist ein grosses Sitzungszimmer entstanden
Der Sporthof dient gleichzeitig als Schleuse für Neuankömmlinge
Die drei bisherigen Eingänge wurden durch einen zentralen Eingang ersetzt
Direktor Michael Rubertus (links) und David Vogt vom Hochbauamt im neuen Esssaal
Das Begegnungszimmer im Besucherbereich
Michael Rubertus, Direktor des Massnahmenzentrum Uitikon, Direktion der Justiz und des Innern, links, und David Vogt, Abteilungsleiter im Hochbauamt, Baudirektion, rechts,
Blick in eine Kontakt-Zelle fuer Besucher im Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in eine Disziplinarzelle des neuen Bereichs des Massnahmenzentrums Uitikon
Blick aus dem Fenster eines Klientenzimmers des neuen Bereichs des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in den Innenhof des Massnahmenzentrum Uitikon, mit den Anlagen der weiteren Bauetappen im Hintergrund
Blick in die Sporthalle des Massnahmenzentrum Uitikon
Ein Tischfussballkasten steht im Aufenthaltsraum im alten Bereich des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in ein Schulzimmer des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in ein Klientenzimmer des neuen Bereichs des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in die Kantine des Massnahmenzentrum Uitikon
Der neue Eingangsbereich zum Massnahmenzentrum Uitikon

Die Küche im Massnahmenzentrum musste komplett neu gemacht werden

Katja Landolt

Ein körniger, saftig blauer Sportbelag und ein Basketballkorb. Das ist es, was die jugendlichen Straftäter als Erstes vom Massnahmenzentrum in Uitikon (MZU) zu sehen bekommen. Im gedeckten Sporthof wird nicht nur Basketball gespielt; der Hof dient gleichzeitig auch als Schleuse, über die die Straftäter ungesehen von den anderen Klienten zugeführt werden. «Die Straftäter, die neu zu uns kommen, werden so nicht vorgeführt», sagt MZU-Direktor Michael Rubertus. David Vogt, Abteilungsleiter beim kantonalen Hochbauamt, winkt die Besucher zum Tor.

Noch stehen die Türen sperrangelweit offen - ein letztes Mal. Noch ist das Gefängnis leer, die jugendlichen Straftäter sind für die letzten zwei Wochen der Umbauarbeiten auf andere Zürcher Gefängnisse verteilt worden. Der Rest des Umbaus hatte bei laufendem Betrieb stattgefunden. Kurz vor dem Pressetermin wurde der Bau abgenommen, in wenigen Stunden wird alles scharf gestellt; die Schliesssysteme, der Metalldetektor, die weit über 100 Kameras, die verteilt über das ganze Areal jede Bewegung festhalten.

Begegnungszimmer mit Bett

Hinter dem Tor zum Sporthof befinden sich der Eingangsbereich, die Sicherheitsloge und die Besucherräume in verschiedenen Kategorien; von räumlich getrennt bis hautnah, mal mit Trennglas, mal mit Bett. Die Besucher grinsen beim Betreten des «Begegnungszimmers». Rubertus klärt auf: «Die jungen Menschen haben das Recht auf emotionale Nähe und den Wunsch nach Sex.» Das Recht, den Raum zu nutzen, haben aber nur diejenigen, die längere Zeit im geschlossenen Vollzug sind.

Es geht weiter; vorbei am ärztlichen Untersuchungszimmer, weiter in den Ausbildungstrakt mit drei Schulzimmern, Therapiezimmer und Raucherraum, hinauf in die Geschosse, wo die Wohnzellen der Klienten liegen; rund elf Quadratmeter grosse Zimmer mit Toilette, Waschbecken, Bett und Regal, aber ohne jeden Schnickschnack. Komfort sucht man vergeblich, aber es könnte schlimmer sein. «Wir haben die Aufgabe, auch den jungen Straftätern ein menschengerechtes Umfeld zu garantieren», sagt Vogt.

Spätestens auf dem Gang schwappt einem die Gefängnis-Nüchternheit wieder entgegen: Es geht vorbei an dicken Sicherheitstüren, über grauen Plastikboden, entlang schlicht-weisser Wände. Das MZU werde nach dem Umbau deutlich mehr Gefängnis sein, als das früher den Anschein machte, sagt Rubertus. Und zur Nüchternheit: «Wir wollen keine Jugendhausatmosphäre aufkommen lassen, wir sind schliesslich ein Massnahmenzentrum für junge Straftäter.»