Ein körniger, saftig blauer Sportbelag und ein Basketballkorb. Das ist es, was die jugendlichen Straftäter als Erstes vom Massnahmenzentrum in Uitikon (MZU) zu sehen bekommen. Im gedeckten Sporthof wird nicht nur Basketball gespielt; der Hof dient gleichzeitig auch als Schleuse, über die die Straftäter ungesehen von den anderen Klienten zugeführt werden. «Die Straftäter, die neu zu uns kommen, werden so nicht vorgeführt», sagt MZU-Direktor Michael Rubertus. David Vogt, Abteilungsleiter beim kantonalen Hochbauamt, winkt die Besucher zum Tor.

Noch stehen die Türen sperrangelweit offen - ein letztes Mal. Noch ist das Gefängnis leer, die jugendlichen Straftäter sind für die letzten zwei Wochen der Umbauarbeiten auf andere Zürcher Gefängnisse verteilt worden. Der Rest des Umbaus hatte bei laufendem Betrieb stattgefunden. Kurz vor dem Pressetermin wurde der Bau abgenommen, in wenigen Stunden wird alles scharf gestellt; die Schliesssysteme, der Metalldetektor, die weit über 100 Kameras, die verteilt über das ganze Areal jede Bewegung festhalten.

Begegnungszimmer mit Bett

Hinter dem Tor zum Sporthof befinden sich der Eingangsbereich, die Sicherheitsloge und die Besucherräume in verschiedenen Kategorien; von räumlich getrennt bis hautnah, mal mit Trennglas, mal mit Bett. Die Besucher grinsen beim Betreten des «Begegnungszimmers». Rubertus klärt auf: «Die jungen Menschen haben das Recht auf emotionale Nähe und den Wunsch nach Sex.» Das Recht, den Raum zu nutzen, haben aber nur diejenigen, die längere Zeit im geschlossenen Vollzug sind.

Es geht weiter; vorbei am ärztlichen Untersuchungszimmer, weiter in den Ausbildungstrakt mit drei Schulzimmern, Therapiezimmer und Raucherraum, hinauf in die Geschosse, wo die Wohnzellen der Klienten liegen; rund elf Quadratmeter grosse Zimmer mit Toilette, Waschbecken, Bett und Regal, aber ohne jeden Schnickschnack. Komfort sucht man vergeblich, aber es könnte schlimmer sein. «Wir haben die Aufgabe, auch den jungen Straftätern ein menschengerechtes Umfeld zu garantieren», sagt Vogt.

Spätestens auf dem Gang schwappt einem die Gefängnis-Nüchternheit wieder entgegen: Es geht vorbei an dicken Sicherheitstüren, über grauen Plastikboden, entlang schlicht-weisser Wände. Das MZU werde nach dem Umbau deutlich mehr Gefängnis sein, als das früher den Anschein machte, sagt Rubertus. Und zur Nüchternheit: «Wir wollen keine Jugendhausatmosphäre aufkommen lassen, wir sind schliesslich ein Massnahmenzentrum für junge Straftäter.»