Oberstufe Weiningen
Wo der neue Schulpflegepräsident die grössten Herausforderungen sieht

Michel Meier ist neuer Schulpflegepräsident der Oberstufe Weiningen. Sein Informatikhintergrund hilft bei der anstehenden Entwicklung in den kommenden Jahren

Florian Schmitz
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Seit gut 16 Jahren wohnt Michel Meier mit seiner Familie in Weiningen.

Seit gut 16 Jahren wohnt Michel Meier mit seiner Familie in Weiningen.

Severin Bigler

Steigende Schülerzahlen, ein grosser Erweiterungsbau und die fortschreitende Digitalisierung: Auf die Oberstufe Weiningen warten in den nächsten Jahren grosse Herausforderungen. Deshalb freut sich der neue Schulpflegepräsident Michel Meier, dass die Oberstufe bald wieder mit voller Kraft nach vorne arbeiten kann. Nicht nur wurde die fünfköpfige Schulpflege nach einem halben Jahr zu viert nun wieder komplettiert. Auch für die seit einem Jahr vakante Leitung der Schulverwaltung, die trotz externem Support zu viel Mehraufwand führte, ist die Oberstufe inzwischen fündig geworden (siehe Zweittext rechts).

Die Neubesetzung des Schulpflegepräsidiums war nötig geworden, weil die vorherige Präsidentin Andrea Fischbacher ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterführen konnte. «Wir haben in der Schulpflege zu viert untereinander diskutiert und entschieden, dass jetzt der falsche Zeitpunkt für eine externe Neubesetzung sei», sagt Meier, der seit 2017 in der Oberstufenschulpflege für die «Schulqualität und Informatik» verantwortlich war.

Weil ihm sein Job als Chef Lokpersonal bei den SBB die nötige Flexibilität ermöglicht, stellte Meier sich selbst zur Verfügung. Ihn habe motiviert, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Schulpflege und der gesamten Schule, aber auch mit den involvierten Gemeinden, sehr gut funktioniere und auf gegenseitiger Wertschätzung beruhe.

2021 soll Bevölkerung über Neubau abstimmen

«Ich plane keine Revolution», sagt Meier. Er wolle den bereits eingeschlagenen Modernisierungskurs der Schule fortführen. Besonders beschäftigen wird die Schulpflege in den nächsten Jahren der anstehende Erweiterungsbau des Schulhauses, mit dem die Oberstufe den steigenden Schülerzahlen und den sich ändernden Bedürfnissen Rechnung tragen will. So werden im Zuge des Lehrplans 21 etwa mehr Gruppenräume für selbstständiges Arbeiten benötigt. Bald habe die Schule den Architekturwettbewerb für das Bauprojekt abgeschlossen, sagt Meier. «Die grosse Knacknuss wird sein, ein Projekt zu finden, das von der Bevölkerung getragen wird und gut finanzierbar ist», ergänzt er.

Voraussichtlich im Herbst 2021 werde dann auch die Kreisgemeindeversammlung über den nächsten Projektschritt befinden. «Wir sind bei der Planung einige Monate im Rückstand, weil das Coronavirus unsere Prioritäten extrem verändert hat und wir plötzlich vom Tagesgeschäft komplett vereinnahmt wurden», sagt Meier.

Obwohl in der Schule trotz Maskenpflicht und Schutzmassnahmen inzwischen wieder eine gewisse Routine eingekehrt ist, bleibt die Pandemie ein wichtiges Thema. «Wir müssen flexibel bleiben und bereit sein, uns den sich immer wieder ändernden Massnahmen anzupassen», sagt Meier. Wegen des Lockdown habe die Schule bei der Digitalisierung aber innert kurzer Zeit einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Denn alle Lehrpersonen mussten erstmals in ihrer Karriere plötzlich komplett auf Online-Fernunterricht umstellen. Das habe dazu geführt, dass sich viele untereinander geholfen haben. Dies habe das gesamte Team zusammengeschweisst, sagt Meier.

Tagesgeschäft wird stärker von Strategie getrennt

Weil der Lehrplan 21 mit stärkerem Fokus auf selbstständiges Arbeiten insgesamt zu vielen Veränderungen führt, sei dieser digitale Entwicklungssprung besonders wertvoll, sagt Meier, der trotz Ressortwechsel weiter für die Umsetzung des neuen ICT-Konzepts verantwortlich sein wird. Dabei kommt ihm sein eigener Hintergrund zugute. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er 20 Jahre lang als Informatiker. Das neue Konzept sieht unter anderem vor, innerhalb der nächsten Jahre alle Schüler mit eigenen IT-Geräten auszustatten. Die erste Geldtranche dafür wurde an der Kreisgemeindeversammlung Ende November von den Stimmberechtigten aus Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil bewilligt.

Die Veränderungen bei der Schulleitung und in der Verwaltung (siehe Zweittext links) will die Oberstufe nutzen, um gleichzeitig die Hintergrundstrukturen und die Aufgabenteilung zu verbessern und das operative Tagesgeschäft noch stärker von der strategischen Hintergrundarbeit zu trennen. «Wenn wir Schulpfleger auch zu stark operativ tätig sind, wird die langfristigere Strategie automatisch vernachlässigt», sagt Meier, der 2004 mit seiner Frau und zwei inzwischen erwachsenen Kindern von Zürich Höngg nach Weiningen zog.

Weil sein Nachwuchs auch die Oberstufe in Weiningen besuchte, engagierte Meier sich ab 2013 im Elternrat und initiierte die seit 2016 jährlich stattfindende Berufsmesse. Denn für ihn war klar: «Ich ­wollte nicht nur vom Dorf ­profitieren, sondern auch etwas beitragen.»