Was lange währt, wird endlich gut. Hoffentlich lässt sich das altbekannte Sprichwort auf das Dietiker Schulhaus Steinmürli anwenden. Denn vor gut 14 Jahren sprach das Dietiker Gemeindeparlament einen Kredit in der Höhe von 16,7 Millionen Franken für die Sanierung der Schulanlage sowie den Bau einer Holzschnitzelheizung. Nun legt der Stadtrat die Bauabrechnung vor.

Die gute Nachricht ist: Nachdem die Teuerung einberechnet wurde, kann das Budget eingehalten werden. Unter dem Strich blieben gar gut 80'000 Franken übrig.
Die bauliche Erweiterung der Anlage teilte sich auf verschiedene Bereiche auf. So sollte ein neuer Klassentrakt erstellt, der Alte Klassentrakt umgebaut, eine neue Turnhalle mit Umbauten im alten Turnhallentrakt realisiert sowie die Sanierung der Heizung, das Treffen von Brandschutzmassnahmen im Singsaal und die Sanierung des Pausenplatzes umgesetzt werden.

Seit 2006 in Betrieb

Die Liste der zu entrichtenden Arbeiten ist lang, eine Punktlandung bei der Bauabrechnung daher schwierig. Dass der Kredit leicht unterschritten wurde, trügt jedoch. So hatten die einzelnen Teilprojekte ganz unterschiedliche Widerstände zu überwinden, bevor der Klassentrakt im August 2006 gleichzeitig mit den neuen Gruppenräumen im Altbau und der zweiten Turnhalle in Betrieb genommen werden konnte.

«Es stellte sich bald heraus, dass sich bei den Terrazzaböden der Neubauten mehrere Risse bildeten», schreibt der Stadtrat in der Abrechnung. Nachdem der verantwortliche Unternehmer die Behebung hinausgeschoben hatte, meldete er Konkurs an, weshalb Dritte die Arbeiten vornehmen mussten. Nur ein Teil der Kosten war durch die Werkgarantie gedeckt, wie es in der Abrechnung weiter heisst.

Betonwände waren dicker

Auch der neue Klassentrakt – unter anderem bestehend aus neun Klassenzimmern, zwei Werkräumen und einer Schulbibliothek – kostete knapp 100'000 Franken weniger als ursprünglich mit rund 8,7 Millionen Franken budgetiert. So waren die Baumeister- und Rohbauarbeiten am Neubau am Ende 80'000 Franken teurer als budgetiert. Derselbe Posten wurde beim Umbau des bestehende Traktes gar um 152'000 Franken überschritten. Dies weil man von den Betonabbrucharbeiten in den alten Schutzräumen überrascht wurde. «Die dortigen Wände waren viel dicker als in den Plänen dargestellt, was die Schneidearbeiten stark behinderte», so der Stadtrat.

Auch die neuen Grossgruppenräume im Untergeschoss verteuerten das Projekt. «Damit diese nicht wie Kellerräume wirken, wurde das Niveau der begrünten Innenhöfe tiefer gelegt und in den neuen Räumen grosszügige Fenster eingebaut», so der Stadtrat.

Eine Punktlandung gelang hingegen bei der Sanierung der Heizung im Singsaal, dem Einbau der Holzheizung und bei der Umsetzung der Brandschutzmassnahmen. Bei budgetierten 681'050 Franken wurden die Ausgaben um 150 Franken unterboten.

Auch die Ausgaben für Honorare, Kunst- und Beschriftungskonzepte, Gebühren und Nebenkosten waren präzise budgetiert. Die vorgesehenen 2'617'300 Franken wurden um 1800 Franken überschritten.

Es kommt Geld vom Kanton

Die ganzen Kosten muss die Stadt jedoch nicht übernehmen. So stellte die Stadt der Bildungsdirektion des Kantons Zürich ein Gesuch um zusätzlichen Raumbedarf, dem zugestimmt wurde. Die Zusage für einen Staatsbeitrag in der Höhe von 773'400 Franken folgte bereits im Jahr 2004. Bis heute flossen vom Kanton jedoch erst 690'000 Franken. «Der offene Restbetrag wird nach der Genehmigung der Bauabrechnung durch den Gemeinderat ausbezahlt.»