Schlieren
WM-Aus im Achtelfinal: Das vergebliche Hoffen der Schweizer Fans im Rietpark

Das Public-Viewing-Zelt war prall gefüllt. Aber die meisten Zuschauer haben sich gegen Schweden deutlich mehr erhofft.

Lydia Lippuner
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Public Viewing: Schweden-Schweiz im Rietpark Schlieren
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Sie verteilt das Lieblingsgetränk der Zuschauer seit 15 Uhr: Vaida Esegi hat ihren ersten Arbeitstag. «Eigentlich bin ich für Belgien, doch hier auch ein bisschen für die Schweiz», sagt sie.
Der Veteranen-Fussballverein Schlieren lässt sich das Spiel nicht entgehen. «Fussball ist immer noch meine Lieblingssportart, daneben gehe ich biken und wandern», sagt Jack Roth vom Verein.
Marco Lazri, Veranstalter des Public Viewings (in der Mitte), hat an dieser WM schon viele Gäste beherbergt: «Die Matches der Schweizer und Kroaten laufen jeweils am besten», sagt er. Seine Freunde begleiten das Spiel auf der Vuvuzela. «Diese habe ich schon seit über 10 Jahren dabei.»
Die Schülerinnen hatten entweder schulfrei, oder durften früher gehen. Jessica (links) wettete, dass die Schweiz 2:0 gewinnt. Hätte sie recht gehabt, hätten viele gejubelt und sie hätte gratis ein Menü im Mc Donalds verschlungen.
Dieses Büro-Team hat seinen Chef gleich mitgebracht: Die Mitarbeiter von Arcadis in der Nachbarschaft des Public-Viewing-Zelts lassen sich den Match nicht entgehen. «Etwa ein Drittel meines Teams ist hier», sagt Fritz Krieg von Arcadis.

Public Viewing: Schweden-Schweiz im Rietpark Schlieren

Lydia Lippuner

«Ich denke, es sind wieder zwischen 400-500 Zuschauer wie an den anderen Schweizer Matches», sagt Marco Lazri, Veranstalter des Public Viewings in Schlieren. Er musste im Vorfeld 170 Leuten absagen, die noch einen Sitzplatz reservieren wollten. Sie mussten sich mit einem Stehplatz begnügen. «95 Prozent der Zuschauer sind Schweizer», sagt Lazri. Viele sind ganz in Rot erschienen und verharren bis zur letzten Minute solidarisch und nervös auf ihren Bänken.

Auch nach dem Gegentor haben die meisten die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es für das Viertelfinal reicht. Gleichzeitig mit hupenden Fans im Stadion ertönt auch im Zelt lautes Gehupe und ein «Hopp Schwiiz». Selbst in den letzten Minuten singen die Fans den Spielern in Russland noch Mut zu.

Doch mit zunehmender Zeit steigt die Anspannung, die verpassten Chancen werden mit Kopfschütteln quittiert und schliesslich ist die Schweizer Niederlage mit dem Schlusspfiff Tatsache und der bittere Nachgeschmack wird mit einem Bier runter gespült. «Schweden war so schlecht, dass die Schweiz ihnen sogar beim Toreschiessen helfen musste», ärgert sich ein Fan. (lyl)