Dietikon
WLAN für alle gibt es im Stadthaus nicht so bald

Ein WLAN-Hotspot beim Stadthaus kann frühestens ab nächstem Jahr eingerichtet werden. Der Stadtrat steht einem solchen öffentlichen Internetzugang jedoch eher kritisch gegenüber.

Tabea Wullschleger
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Beim Stadthaus sucht man ein offenes WLAN-Netz vergeblich.

Beim Stadthaus sucht man ein offenes WLAN-Netz vergeblich.

Limmattaler Zeitung

In der Beantwortung einer kleinen Anfrage weist er auf mehrere Schwierigkeiten hin. Die Anfrage gestellt hatte Gemeinderat Roger Studer (CVP).

Ein WLAN-Netzwerk besteht in den Sitzungszimmern bereits jetzt, allerdings ist der Zugang nur mit Geräten möglich, die von der Informatik konfiguriert wurden. Dies schreiben die Datenschutzvorgaben des Kantons Zürich vor. «Mit einem privaten Gerät hat man keinen Internetzugriff, obwohl die Infrastruktur zum Teil vorhanden wäre», beklagt Studer. Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, dass ein Zugriff von nicht konfigurierten Geräten die städtischen Sicherheitsstandards verletzen würde. Daher müsste ein zweites, getrenntes Netzwerk aufgebaut werden.

Zusätzliche Kosten warten

Zwei Varianten zur Einrichtung eines solchen öffentlichen WLAN-Netzwerkes seien bereits angedacht worden: Eine Möglichkeit wäre, nur im Gemeinderatssaal und dem Foyer Hotspots, also Zugangspunkte, einzurichten. Als zweite Variante könnte zusätzlich auch noch der Platz vor dem Stadthaus mit einem Hotspot ausgerüstet werden.

Die beiden Möglichkeiten würden unterschiedlich teuer ausfallen. Nur Foyer und Gemeinderatssaal auszurüsten, würde 18 600 Franken kosten, der Platz vor dem Stadthaus würde zusätzliche Kosten von 100 Franken generieren. Zu diesen einmaligen Investitionen würden noch jährliche Betriebskosten von 6300 beziehungsweise 7000 Franken kommen. Der Stadtrat hält ausserdem fest, dass diese Kosten bloss aufgrund von Plänen des Stadthauses berechnet wurden und bei einer allfälligen Einführung das Gebäude ausgemessen werden müsste.

WLAN-Hotspots

Aus Sicherheits- und rechtlichen Aspekten müssen sich alle Hotspot-Nutzer mit Nutzername und Passwort identifizieren. Meist wird daher ein solcher Zugriffspunkt durch grössere Telekommunikationsfirmen betrieben und gewartet. Allein die Swisscom betreibt schweizweit an über 2000 Standorten öffentliche WLAN-Netze. Im Limmattal kann man an je zwei Standorten in Dietikon und in Schlieren sowie an einem in Urdorf uneingeschränkt kostenlos im Internet surfen. Die Swisscom bietet einen «Hotspot-Locator» als App an, um die Standorte zu finden. (wul)

WLAN wird seltener benutzt

Neben den zusätzlichen Kosten, die ein neues WLAN-Netzwerk erzeugen würde, weist der Stadtrat auch auf aktuelle Entwicklungen bei der Internetnutzung hin. Gemäss Bundesamt für Statistik macht der Anteil des mobilen Zugriffs auf das Internet etwa 42 Prozent der Gesamtnutzung aus. Die mobile Nutzung wird einerseits durch WLAN-Hotspots abgedeckt, andererseits aber auch durch die Flatrate-Abonnements. Solche Abos, die für einen gewissen Grundbetrag ein unbegrenztes Datenvolumen beinhalten, werden immer beliebter. Dadurch werden gemäss Stadtrat öffentliche Hotspots nur sehr punktuell benutzt. Aus diesem Grund sei auch der von der Swisscom betriebene WLAN-Hotspot auf dem Kirchplatz wieder eingestellt worden.

Falls die Einrichtung öffentlicher WLAN-Hotspots beschlossen werden sollte, würde es allerdings trotzdem bis 2015 dauern, bis die Installation angepackt werden kann. Dieser Posten kann nämlich frühestens nächstes Jahr budgetiert werden. Für Studer wäre dies ein Schritt in Richtung «papierloses Büro». «Viele Unterlagen, die eigentlich online verfügbar wären, werden von den Parlamentariern ausgedruckt oder werden ihnen in Papierform abgegeben», sagt er. Er führt dies bei einigen Parlamentariern auf den fehlenden Internetzugang im Gemeinderatssaal und an anderen Orten im Stadthaus zurück.

Bevor Studer nun weitere Schritte einleitet, interessiert er sich für die Meinungen seiner Gemeinderatskollegen und auch der Dietiker Bürger. «Ich will wissen, wie gross das Bedürfnis für einen WLAN-Zugang mit dem eigenen Gerät ist», sagt er. Wenn er sich sicher sei, damit nicht unnötig die Stadtkasse zu belasten, werde er ein entsprechendes Postulat einreichen.

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