Dietikon
«Wirtschaft und Kirche können voneinander lernen»

Für die Martin-Luther-Stiftung entspricht Dietrich Pestalozzi dem Idealbild des engagierten und couragierten Unternehmers. Deshalb hat sie den Verwaltungsratspräsidenten der Dietiker Pestalozzi + Co AG mit der «LutherRose» ausgezeichnet.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Michael Inacker von der internationalen Martin-Luther-Stiftung (r.) gratuliert Dietrich Pestalozzi zum Preis. Bastian Heiniger

Michael Inacker von der internationalen Martin-Luther-Stiftung (r.) gratuliert Dietrich Pestalozzi zum Preis. Bastian Heiniger

Die LutherRose wird seit 2008 an eine Unternehmerpersönlichkeit verliehen, die in besonderem Mass gesellschaftliche Verantwortung vorlebt.

Begründet wird der Entscheid damit, dass Pestalozzi «in beispielgebender Weise mit seinem Leben und beruflichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl eingesetzt» hat.

Herr Pestalozzi, was bedeutet Ihnen die «LutherRose»?

Dietrich Pestalozzi: Ich fühle mich geehrt, sie zu erhalten. Ich kann so mithelfen, die Anliegen der Luther-Stiftung zu fördern, nämlich gesellschaftliches Engagement und Unternehmer Courage.

Was verstehen Sie unter Unternehmer Courage?

Eigenständige Entscheide zu treffen, Verantwortung dafür zu übernehmen und das Unternehmen mit Kreativität weiterzubringen.

Was zeichnet einen verantwortungsvollen Unternehmer aus?

Die LutherRose

Das Preis-Symbol bildet eine Reproduktion eines Details des mittelalterlichen Glasfensters aus der Erfurter Augustinerkirche. Dieses Fenster stand dem Reformator Martin Luther während seiner Zeit als Augustinermönch (1505–1511) täglich vor Augen und hat ihn zu seinem Familienwappen und Siegel inspiriert. (zim)

Haben Sie schon einmal aus persönlicher Überzeugung anders gehandelt, als es aus rein unternehmerischer Sicht angezeigt gewesen wäre?

Ja, vor allem im personellen Bereich. Wir beschäftigen Mitarbeitende bei einem Umsatzrückgang länger weiter, als es ein börsenkotiertes Unternehmen tun würde. Wir wenden auch viel für die Ausbildung von Lernenden auf.

Die Martin-Luther-Stiftung will eine Brücke zwischen Wirtschaft, Politik und Kirche schlagen. Was verbindet Ökonomie und Kirche?

Beide funktionieren unterschiedlich, können aber voneinander lernen. Die Kirche kann der Wirtschaft den Spiegel hinhalten, sollte es aber fachlich kompetent tun. Sie kann umgekehrt von der Wirtschaft das Unternehmerische lernen.

Welche Werte Luthers sind heute noch zentral in unserer Gesellschaft?

Die deutsche Sprache. Er war – wie Zwingli – mit der Übersetzung der Bibel ein Pionier. Luther betonte auch, dass jeder Mensch direkt vor Gott verantwortlich sei. Eine moderne Position. Er relativierte die Macht des Klerus und bekämpfte den Ablass.