An schönster Lage, direkt neben dem Marmori-Weiher in Dietikon, befindet sich die Minigolfanlage Mühlematt. Diese ist nicht nur für Dietiker ein beliebtes Ausflugsziel. Jung und Alt aus der ganzen Region lassen hier bei schönem Wetter die Bälle über die Bahnen rollen und versuchen, sie mit möglichst wenig Schlägen in den 18 Löchern zu versenken. Die Zukunft der populären Freizeitanlage ist jedoch ungewiss. Im Jahr 2027 läuft der Baurechtsvertrag zwischen dem Grundstückeigentümer und dem jetzigen Pächter Walter Wiederkehr aus. Zudem geht Wiederkehr demnächst in Pension. Erbaut im Jahr 1967, droht der Minigolfanlage damit das Aus.

EVP-Gemeinderätin Manuela Ehmann blickt dem nahenden Ende der Anlage besorgt entgegen: «Es wäre schade, wenn es diese Freizeitoase nicht mehr gäbe. Das wäre ein grosser Verlust für Dietikon.» Aus diesem Grund hat Ehmann im September 2018 beim Stadtrat eine kleine Anfrage eingereicht. Sie fragte unter anderem, ob dieser sich um den Kauf des Grundstückes bemüht habe und ob bereits Gespräche mit dem Grundstückbesitzer geführt worden seien. Die Antwort des Stadtrates lautete, dass ein Kauf prüfenswert sei. «Das ist zwar schön, sagt aber noch nicht viel darüber aus, wann dies auch gemacht wird», sagt Ehmann. Nun erhöht sie den Druck. Zusammen mit fünfzehn Mitunterzeichnenden hat sie ein Postulat eingereicht. In diesem bittet sie den Stadtrat, mit dem Grundeigentümer Kontakt aufzunehmen und über einen Kauf des Grundstückes zu verhandeln. Unterschrieben haben Vertreter aller Parteien ausser der SVP, zu welcher das Postulat jedoch aus zeitlichen Gründen gar nicht gelangte. Obwohl 2027 noch weit weg ist, hat es Ehmann eilig. «Acht Jahre gehen in der Politikwelt schnell vorbei. Jetzt ist es noch genug früh, das Grundstück zu erwerben», sagt die Gemeinderätin.

Eigentümer ist zum Verkauf bereit

Der Grundeigentümer sagt, er habe die Mühlematt schon vor rund fünf Jahren zum Kauf angeboten, was von der Stadt jedoch nicht bestätigt wird. Da das Postulat gerade erst eingereicht wurde, nimmt die Stadt noch keine Stellung dazu. Wird der Vorstoss im Stadtparlament überwiesen, muss der Stadtrat einen ausführlichen Bericht vorlegen.
Das Immobilienunternehmen aus dem Glattal, dem das Grundstück gehört, ist laut eigenen Angaben immer noch dazu bereit, mit der Stadt über einen möglichen Kauf zu verhandeln. «Für die Bevölkerung Dietikons könnte durch den Kauf des Grundstückes nicht nur die Minigolfanlage erhalten bleiben, sondern beispielsweise auch ein Fussweg um den Weiher gemacht werden», sagt der Grundbesitzer. Er verstehe nicht, warum sich der Stadtrat nicht schon längst um einen möglichen Kauf bemüht habe. Ohne ernsthafte Anfrage der Stadt Dietikon passiere jedoch gar nichts.

«Grundstückwert erhöht sich stetig»

Zum Kaufpreis konnte das Unternehmen keine genaueren Angaben machen. «Er muss sich im marktüblichen Rahmen bewegen. Ein Betrag kann jedoch nicht genannt werden, da sich der Wert des Grundstückes stetig erhöht», so der Grundbesitzer.

Wenn der Baurechtsvertrag 2027 ausläuft und die Stadt Dietikon das Grundstück nicht kauft, wird das Immobilienunternehmen an der Stelle der Minigolfanlage voraussichtlich eine Überbauung erstellen. Vielleicht könnten sie die Anlage jedoch auch nur von 18 auf neun Löcher verkleinern und an eine andere Person verpachten, anstatt sie ganz zu schliessen, sagt der Grundbesitzer.

Falls erneute Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Grundeigentümer jedoch fruchteten, müsste natürlich noch ein Pächter für die Minigolfanlage gesucht werden, sagt Gemeinderätin Ehmann. Allenfalls würde sich auch Wiederkehr dazu bereit erklären, die Anlage trotz seiner Pensionierung weiterhin zu betreiben. «Was geschieht, wenn die Stadt das Grundstück kauft, steht aber noch offen», so Ehmann.

Die Gemeinderätin hofft momentan einfach darauf, dass die Stadt Dietikon das Grundstück kaufen wird und die Minigolfanlage erhalten bleibt. Selber gehe sie nicht oft minigolfen. Sie wohnt jedoch ganz in der Nähe und sehe, wie beliebt die «Mühlematt» sei. «Sobald die Sonne ein bisschen rausdrückt, kommen viele zum Minigolfen nach Dietikon», sagt Ehmann. Die Anlage sei nicht nur unter Dietikern bekannt, sondern locke Freizeittouristen aus der ganzen Region an. «Dieses Naherholungsgebiet darf die Stadt nicht verlieren», so Ehmann.