Lange hat die Gemeinde Weiningen für eine Überdeckung des Gubristportals gekämpft. Nun, da durch eine Absichtserklärung zwischen Kanton, Bund und Gemeinde und Gerichtsentscheiden, ein Tunnelportal und eine Verschiebung des Halbanschlusses geprüft werden, stellt man sich die Frage, wie dieser Deckel dereinst ausgestaltet werden könnte.

Am Mittwochabend lud die Gemeinde zu einer Infoveranstaltung über die Siedlungsreparatur in Weiningen. Auf einer der über 80 Folien, die an diesem Abend gezeigt wurden, zeigte sich eine Besorgnis der Exekutive.

Ein grosser roter Pfeil, der mit dem Wort «Verwahrlosungsgefahr» beschriftet ist, prangt auf dem Portal, für dessen Kampf die Gemeinde bislang 762 000 Franken in Form von Machbarkeitsstudien, Kommunikation und Testplanungen ausgegeben hat.

Wie gut kennen Sie den Gubrist?

Der Gubristtunnel ist das Kernstück der Zürcher Nordumfahrung. In welchem Jahr wurde sie eröffnet?

1995

1985

1975

Wie lang ist der Gubristtunnel?

3,2 Kilometer

16,9 Kilometer

9,3 Kilometer

Wie viele Fahrzeuge passieren den Gubristtunnel durchschnittlich pro Tag?

Rund 50'000

Rund 25'000

Rund 110'000

An wie vielen Tagen pro Jahr staut sich oder stockt der Verkehr beim Gubristtunnel?

200

355

100

Wie hoch ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Gubrist?

100 km/h

120 km/h

80 km/h

Wie heisst der von Weiningen zusammen mit dem Kanton erarbeitete Vorschlag für eine Portalüberdeckung ?

Hoffnung Gubrist

Schicksal Gubrist

Chance Gubrist

Die Portalüberdeckung des Tunnels im Limmattal wird 100 Meter lang. Ursprüngliche forderte Weiningen einen „Deckel“ von...

270 Meter Länge

1000 Meter Länge

500 Meter Länge

Der Gubristtunnel hat seinen Namen vom Hügel durch den er führt. Dessen höchste Erhebung liegt auf ...

1000 Meter

615 Meter

800 Meter

Der Gubrist wurde in einer Textsammlung des deutschen Kabarettisten Thomas C. Breuer verewigt. Wie heisst das Werk?

Gubrist, mon amour

Gubrist, eine Odyssee

Warten auf Gubrist

Die stark gefährdete Geburtshelferkröte fühlt sich am Gubristsüdhang wohl. Unter welchem Namen ist sie auch bekannt?

Hebammenfrosch

Froschkönig

Glögglifrosch

Quiz: Wie gut kennen Sie den Gubrist?

«Es kommen sehr viele Faktoren zusammen»

Gemeindeschreiber Bruno Persano verwies einleitend darauf, dass «nur durch die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Strassen (Astra), Kanton und Gemeinde ein sinnvolles Projekt erreicht wird». So wird der Kanton gemeinsam mit der Gemeinde eine Arealentwicklung erarbeiten.

Als planerische Aufgabe gelte es, das Leitbild auf der Grundlage von «Chance Gubrist», dem Projekt der Gemeinde, weiterzuentwickeln.

«Neben der Aufwertung der Umfahrungs- und Zürcherstrasse sowie der Erstellung von sicheren Fussgängerverbindungen, steht auch das Gewerbehaus im Fokus», so Persano.

Oberhalb des Portals befindet sich zudem das Servicegebäude für die Autobahn sowie ein Bunker, der heute begrünt ist und in einer Endmoräne der letzten Eiszeit erstellt wurde.

«Es kommen sehr viele Faktoren zusammen.» Hauptproblem ist, laut Persano, aber die Nutzung des Gewerbehauses.

«Anstelle der heutigen Zufahrt wird dereinst die dritte Gubriströhre erstellt. Dadurch können die Lastwagen nicht mehr wie heute problemlos zufahren», sagt er. «Man sollte sich überlegen, wie dieses Gebäude künftig genutzt werden könnte.

Gewerbehaus wird angechafelt

Warum diese Frage eine dringliche ist, wurde beim Referat von Otto Noger klar. Der Leiter der Astra-Filale Winterthur verwies darauf, dass zwar in Affoltern mit dem Bau der Röhre begonnen werde, aber «wir müssen in Weiningen wieder aus dem Boden herauskommen können», so Noger scherzhaft.

Der Weg zum Deckel - seit 10 Jahren kämpft die Gemeinde:

Der Gubristtunnel - eine Chronologie

Bis dies soweit sei – voraussichtlich im Jahr 2021 – sollte klar sein, was mit dem Gewerbehaus passiert, da dieses vom Bau der dritten Fahrbahn tangiert wird. «Es wird von uns angechafelt».

Hier zeigt sich die minimale und die maximale Entwicklung des Areals: Hauptunterschiede sind die Entwicklung der beiden Baufelder in privatem Besitz, die Erstellung des Werkhof-Gebäudes und die Weiterentwicklung des Gewerbezentrums.

Minimal und Maximalvariante der Entwicklung

Hier zeigt sich die minimale und die maximale Entwicklung des Areals: Hauptunterschiede sind die Entwicklung der beiden Baufelder in privatem Besitz, die Erstellung des Werkhof-Gebäudes und die Weiterentwicklung des Gewerbezentrums.

Sind bis dann keine anderen Pläne vorhanden, wird es vom Astra wieder in den derzeitigen Zustand aufgebaut. Entscheidet sich die Gemeinde danach für eine andere Nutzung, wäre dies ein Leerlauf.

Gestaltungsplan bis März 2016

Thomas Kieliger von der Bauherrenunterstützung des Kantons und der Gemeinden verwies dann auf die diversen Chancen, die das Gewerbehaus der Gemeinde biete. Die Aufgabe der Siedlungsreparatur will er indes nicht falsch verstanden wissen.

«Wir wollen das Gebiet nicht zubauen, sondern viel eher die Voraussetzung so attraktiv wie möglich gestalten», sagt er. Ein Raunen ging durch die Runde, als er eine neue Nutzung der Liegenschaft vorschlug. «Es könnten Teile der Verwaltung, die Polizei oder ein Business-Hotel dort erstellt werden», so Kieliger.

Ziel soll eine Adressbildung sein, die diesem Gebiet ein Gesicht geben würde.

Bereits im kommenden März soll ein Gestaltungsplan präsentiert werden, über den an der Herbstgemeindeversammlung befunden werden soll.

Ab 2017 könnten bei einem Ja zum Gestaltungsplan, ein Investoren- und Architekturwettbewerben für die privaten Baufelder West und Ost sowie den Bunker wie auch das Gewerbehaus lanciert werden. Der Werkhof der Gemeinde könnte derweil aufgrund der Arbeiten am Tunnel erst ab 2025 erstellt werden.

Volk hat das letzte Wort

«Wir wollen kein Neu-Weiningen dort draussen», resümierte SVP-Gemeindepräsident Hanspeter Haug die Haltung der Exekutive. Doch wolle man die Zerschneidung des Dorfes, die mit der Autobahn geschehen sei, wieder rückgängig machen und Weiningen wieder einen.

«Die Stimmberechtigten haben im Rahmen des Gestaltungsplans vom kommenden Jahr grossen Einfluss über diese Entwicklung.»

Einer der Anwesenden nahm diesen Einfluss gleich wahr und schlug der Exekutive vor, anstelle des Gewerbehauses ein neues Gemeindehaus zu bauen.

«Politiker sind bekannt für ihre schwammigen Aussgen», antwortete Haug mit schelmischem Unterton und fügte an, dass die Gemeinde derzeit alle Varianten prüfe.

HIER geht es zum Kommentar von Alex Rudolf