Die Forderung, die seit 2017 in Schlieren ansässige Kantonsapotheke (KAZ) in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und vom Kanton auszugliedern, steht schon länger im Raum. So heisst es in einem 2016 von Cyrill von Planta (GLP, Zürich) eingereichten Kantonsratsvorstoss, der Kanton betreibe mit der KAZ ohne gesetzliche Grundlage eine Spitalapotheke mit dem Charakter einer Pharmafirma. Sie beliefert vor allem das Universitätsspital Zürich und das Kantonsspital Winterthur, aber auch andere Spitäler.

Der Regierungsrat hatte sich im März 2016 bereit erklärt, dem Postulat Folge zu leisten. Angepeilt wurde eine Aktiengesellschaft mit zwei bis fünf Spitälern als neuer KAZ-Trägerschaft. Im Gespräch sind das Universitätsspital Zürich und das Zürcher Triemlispital, wie von Planta gestern im Kantonsrat sagte.

Kurz darauf zog er sein Postulat zurück. Schliesslich habe sich die Regierung «in vorauseilendem Gehorsam» bereits für dessen Umsetzung ausgesprochen. Allerdings habe die KAZ seit Bekanntwerden dieser Pläne ihre Preise erhöht. Trotz von Plantas Rückzieher entwickelte sich eine rege Debatte. Dabei wurde klar: Das Vertrauen in das Gelingen des Vorhabens ist nicht allzu gross. So sagte Kathy Steiner (Grüne, Zürich): «Wir stehen der Privatisierung kritisch gegenüber.» Sie habe Informationen, wonach das Triemlispital seine hauseigene Apotheke nicht auslagern wolle. Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) doppelte nach: Er befürchte, dass die KAZ zu gross und zu teuer sei und die Finanzen der Spitäler nachhaltig belasten werde. «Die Umwandlung dauert verdächtig lange», fügte Kaspar Bütikofer (AL, Zürich) an. Und Esther Guyer (Grüne, Zürich) sagte: «Wir hören als Aufseher viele Klagen von Spitälern. Wir müssen eine Lösung finden, die die Kosten nicht noch mehr steigert.»

Der angesprochene Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) hielt sich bedeckt. Zwar bestätigte er, dass die Auslagerung in Planung sei. Doch wer die Trägerschaft künftig konkret übernehmen werde, konnte er noch nicht sagen. Der Regierungsrat verwies auf eine in Arbeit befindliche Vorlage, die im Herbst in den Kantonsrat komme.